Das vererbte Leiden

Wie der Teufelskreis Trauma unterbrochen werden kann

Kriege, Terroranschläge, Gewalterfahrungen, Flucht und Katastrophen -Traumatische Erfahrungen belasten die Person, die sie erlebt hat, oft nachhaltig. Sie können die Psyche und die körperliche Gesundheit der Betroffenen verändern. Dass sie dabei bis weit ins Erwachsenenleben nachwirken können, ist bekannt. Doch Studien zeigen, dass auch die Kinder und Enkel betroffener Personen noch verändertes Verhalten und einen gestörten Stoffwechsel zeigen können. Die Nachkommen leiden an Traumata, die sie gar nicht selbst erlitten haben.

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Kunstworkshop

Bisher machte man dafür vor allem psychologische Ursachen verantwortlich. Gerade Kriegs-Generationen, die ihre Traumata nie verarbeiten konnten, geben diese an ihre eigenen Kinder weiter. Durch Gewalt, Gefühlskälte oder stilles Leiden nehmen die Kinder Schaden und „erben“ die Narben ihrer Eltern. Doch die Hinweise darauf, dass Stress, der in der Kindheit erlebt wird, sogar auch physiologische Veränderungen bewirken kann, mehren sich. Die Umwelt und die produzierten Stresshormone hinterlassen ihre Spuren im Gehirn, den Organen und auch in Keimzellen.

Was also können und müssen wir tun? Welche Wege gibt es, mit der Notfall- und Traumapädagogik zu intervenieren und diese destruktive Spirale zu unterbrechen? Mit diesen Fragestellungen beschäftigt sich die siebte Notfallpädagogische Jahrestagung in Karlsruhe. Vom 1. bis 3. Juni 2018 findet sie unter dem Titel „Teufelskreis Trauma – Wie Notfallpädagogik transgenerationale Traumata überwinden hilft“, statt.

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Klatschspiele

Der Fokus in diesem Jahr liegt auf den Handlungsansätzen bei vererbtem Leid. Neben Vorträgen renommierter Referenten werden Workshops angeboten, in denen praktische Erfahrungen gesammelt werden können.

Sie reichen von „Spielend Resilienzfaktoren stärken“, „Die Bedeutung der Bewegung in der Traumabearbeitung“, „(Aus)Wege suchen“, Erlebnispädagogik, Kunsttherapie, „Spuren aus der Vergangenheit“ bis zum „Märchen erzählen in der Notfallpädagogik“ und einem englischen Workshop zum Thema „Traumatized Youths“.

Darüber hinaus bietet die Tagung die Möglichkeit, in den Austausch mit anderen Teilnehmer*innen zu gehen.

Reta Lüscher-Rieger

Weitere Informationen zu allen Referenten und dem Programm sowie die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier:

https://www.freunde-waldorf.de/notfallpaedagogik/veranstaltungen/

Fotos : © Freunde der Erziehungskunst