+-c5-6.psd

Einrichtung von Bio-Musterregionen

Forderungen zur Weiterentwicklung des Aktionsplans „Bio aus Baden-Württemberg“

Anlässlich einer öffentlichen Anhörung im Stuttgarter Landtag legte Dr. Christian Eichert als Vertreter der Verbände des Ökologischen Landbaus heute deren Erwartungen zur Schaffung von Bio-Musterregionen sowie zur Weiterentwicklung des Aktionsplans „Bio aus Baden-Württemberg“ dar.

Eichert lobte Minister Peter Hauk für dessen Zusage, die im grün-schwarzen Koalitionsvertrag genannte und vom Ökosektor seit langem geforderte Einrichtung von Bio-Musterregionen in Baden- Württemberg zeitnah umzusetzen. Laut Eichert sind Bio-Musterregionen ein geeigneter Ansatz, um die ökologische Land- und Ernährungswirtschaft in Baden-Württemberg zielgerichtet zu stärken, das Thema „Bio“ innovativ in die Breite der Bevölkerung zu tragen und nachhaltig wirksame Leuchttürme zu schaffen. Wichtig sei es dabei, ein solches Konzept auf fünf Jahre anzulegen: „Es bringt wenig, wenn sich die Programmverantwortlichen einer Bio-Musterregion aufgrund einer zu kurz bemessenen Laufzeit bereits nach den ersten Monaten ihrer Tätigkeit nach einer Folgebeschäftigung umsehen“, so Eichert am Rande der Sitzung. Zudem forderte Eichert das Ministerium dazu auf wie in den benachbarten Bundesländern Hessen und Bayern erfolgreich umgesetzt eine zentrale Koordinationsstelle einzurichten, die Synergien über die Musterregionen hinweg schafft. Diese Stelle solle eine wichtige Bündlerfunktion übernehmen und sei nicht an einer der nachgelagerten Behörden, sondern direkt am Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz einzurichten.

Ausgehend von den Erfahrungswerten in den beiden benachbarten Bundesländern forderte Eichert die Landesregierung auf, jede Musterregion für kleinere Investitionsvorhaben mit einem Sockelbetrag investiver Mittel auszustatten. Anzustreben sei ferner eine Quervernetzung mit bestehenden Organisationsformen wie dem bundesweiten „Bio-Städte-Netzwerk“ sowie die enge Einbindung lokaler Wirtschaftspartner.

Angesichts des derzeitigen enormen Sektorwachstumsmomentan stellt in Baden-Württemberg täglich ein landwirtschaftlicher Betrieb seine Erzeugung auf ökologische Bewirtschaftung um müsse der Aktionsplan „Bio aus Baden-Württemberg“ auf breiter Basis fortgeschrieben werden. Insbesondere seien nach bald einem Jahr grün-schwarzer Regierungsarbeit nun auch die weiteren Koalitionszusagen umzusetzen. Eichert nannte die Umschichtung von Fördermitteln von der Ersten in die Zweite Säule der Gemeinsamen Agrarpolitik als konkretes Anliegen: „Damit der derzeit voranschreitende Umbau der Agrar- und Ernährungswirtschaft erfolgreich gestaltet werden kann, muss das Land dringend zeitnah finanziell nachsteuern. Eine Verlässlichkeit bei den Ausgleichszahlungen während der gesamten Förderperiode muss hier oberste Priorität haben“. Zudem müsse das Land die Erzeugerberatung durch eine Fortführung des EU-ko-geförderten Landesprojekts „Beratung.Zukunft.Land“ auch in Zukunft verlässlich unterstützen.

Drängend seien darüber hinaus inhaltliche Nachbesserungen und eine personelle Aufstockung beim Kompetenzzentrum Ökologischer Landbau KÖLBW, das auf der Hochburg in Emmendingen etabliert ist. Aufgrund von Kapazitätsengpässen im Unterricht und einer ungenügenden inhaltlichen und für die Fachschüler damit unbefriedigenden Ausrichtung des Fachunterrichts drohe dort der eben geschaffene Ruf als Vorreiter für eine moderne Ausbildung zum Ökologischen Landbau verspielt zu werden. Eichert forderte das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz dazu auf, sich dieses Umstands anzunehmen und baldmöglich Abhilfe zu schaffen. Verwundert zeigte sich Eichert dar- über, dass die Koalitionszusage zur Einrichtung einer Professur zum Ökologischen Landbau an der Universität Hohenheim bis heute nicht angegangen wurde und dies, obwohl Ministerpräsident Winfried Kretschmann dort selbst seine Ausbildung genossen hat. Hier forderte Eichert im Namen der AÖL eine dringende inhaltliche Befassung und ein klares und abgestimmtes Finanzierungskonzept durch die Landesregierung.

AÖL Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau Baden-Württemberg e.V.