Staatliche Schulprüfungen erfolgreich bestanden

Zum ersten Mal hat die Helmut von Kügelgen-Schule staatliche Prüfungsabschlüsse durchgeführt. Nach der Anerkennung durch das Regierungspräsidium konnte die Pionierklasse nun auf die staatlichen Abschlüsse vorbereitet werden. Alle Schüler, die zum Realschulabschluss angetreten waren, haben erfolgreich bestanden. Einige der Schüler haben aufgrund ihrer guten Ergebnisse die Möglichkeit, im kommenden Schuljahr entweder die Fachhochschulreife oder das Abitur abzulegen.

Die Schüler der 12. Klasse strahlen: Soeben wurde ihnen die Ergebnisse ihrer Prüfungsleistung mitgeteilt. „Das hätte ich nicht gedacht. Vor dem Wechsel in unsere Schule vor acht Jahren wurde mir gesagt, dass ich noch nicht einmal einen Hauptschulabschluss schaffen werde. Und jetzt die Durchschnittsnote „Zwei“, so eine der stolzen Schülerinnen. Sie hat bereits einen Lehrvertrag in der Tasche und kann nun ein überzeugendes Zeugnis vorlegen.

Nicht nur die vier zu prüfenden Fächer Deutsch, Mathematik, Englisch und die fächerübergreifende Kompetenzprüfung standen während des Schuljahres auf dem Programm, sondern auch weitere herausfordernde Aufgaben, wie sie für die Waldorfpädagogik typisch sind: Der Eurythmie-Abschluss mit öffentlicher Aufführung, die Einstudierung des Theaterprojektes „Einer flog über das Kuckucksnest“ und die individuelle Jahresarbeit, bestehend aus einer schriftlichen Dokumentation sowie einer künstlerisch- praktischen Arbeit und deren Präsentation. „Das alles zu bewältigen ist schon heftig“, meint rückblickend eine weitere Schülerin.

„Aus pädagogischer Sicht war es eine tolle Herausforderung, mit den Schülern die vielfältigen Aufgabenstellungen zu bewältigen“, so C. B. Schad, der Klassenbetreuer. „Auch alle Prüfungsformalien zu beachten, ist im ersten Jahr der Prüfungsdurchführung ein organisatorischer Kraftakt.“ Parallel zu den Prüfungen für die Realschule werden die übrigen Schüler der Klasse auf die Fachhochschulreife oder das Abitur vorbereitet. „Der Umgang mit den individuellen Fähigkeiten jedes einzelnen Schülers ist uns also mehr als vertraut“, so C. B. Schad.

Die meisten der nun abgehenden Schüler haben einen Lehrvertrag in der Tasche und kombinieren diesen zum Teil mit der Fachhochschulreife. „Gut war in unserer Schulzeit, dass wir immer wieder dreiwöchige Praktika absolvieren konnten, um uns so auf das vorzubereiten, was uns jetzt beruflich erwartet, sagt einer der Abgänger. Die Praktika führen die Schüler in das tägliche Berufsleben ein, so wie es beim Forst- und Landwirtschaftspraktikum, im Betriebs- oder im Sozialpraktikum geschieht. Hier erweitern die jungen Menschen ihr Wissen auf vielfältige Weise und werden auf die Berufswelt vorbereitet.

Die frisch gebackenen Schulabgänger haben vor, sich am letzten Schultag von ihren jüngeren Mitschülern feierlich zu verabschieden. Gerne wollen sie auf ihre gemeinsame Schulzeit zurückblicken und die gemachten Erfahrungen ihren Nachfolgern mitgeben. Wieder eine der Pionierleistungen der Klasse, die 2008 als fünfte und als Quereinsteigerklasse gestartet war.

Helmut von Kügelgen-Schule

Weitere Informationen:

www.campuswaldorf-fellbach.de