Die Staatsgalerie Stuttgart baut ihr seit 2010 bestehendes Programm zu »Interkultur und Sprache« weiter aus

Verschiedene Kooperationen und Führungsreihen konzentrieren sich auf das Thema Sprachvermittlung im Museum.

Seit 2010 werden an der Staatsgalerie Stuttgart Führungsgespräche in einfachem Deutsch angeboten. Unter dem Eindruck der aktuellen gesellschaftspolitischen Herausforderungen mit Blick auf die Integration und Teilhabe von Geflüchteten baut das Museum dieses Programm weiter aus und erweitert seine Angebote durch Kooperationen mit Institutionen. Aktuell setzen die Universität Stuttgart und die Staatsgalerie ein gemeinsames Projekt »Sprachpaten und Geflüchtete im Museum« um. Begleitet werden diese Initiativen von einer Führungsreihe zum Thema Heimatverlust, Fremde und Identität. Außerdem nimmt die Staatsgalerie an der vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst geförderten interkulturellen Qualifizierungsmaßnahme teil.

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Sprachpaten und Studierende der Universität Stuttgart, Foto: Staatsgalerie Stuttgart

Kooperationsprojekt: Sprachpaten und Geflüchtete im Museum

An der Universität Stuttgart wurden erstmals im Wintersemester 2015/16 Sprachpatenschaften für Geflüchtete zur Sprachförderung eingerichtet. Im Rahmen einer Kooperation verlegen die Lerngruppen im Sommersemester 2016 einen Teil ihres Sprachunterrichts ins Museum und nehmen dort an thematisch aufeinander aufbauenden Führungen in einfachem Deutsch teil. Ein gemeinsamer Abschlussbericht der Lerntandems fasst die Ergebnisse der Besuche mit Texten, Zeichnungen und Fotos zusammen.

Am Mittwoch, 25.5.2016 finden um 11.30 Uhr und 14.00 Uhr die ersten Führungen zum Thema »Wer hat Angst vor Rot, Gelb und Blau? – Farbe!« mit Buket Altinoba statt.

Pilotprojekt – Führungen für Schüler aus Übergangsklassen

Allein in Stuttgart richteten 36 Schulen im Schuljahr 2014/15 Übergangs- bzw. Vorbereitungsklassen (Bereich GS und Sek I) für Schüler mit erhöhtem Sprachförderbedarf ein – die Tendenz ist weiter steigend. Auch Gymnasien und Realschulen werden zukünftig Vorbereitungsklassen einrichten müssen. Die Staatsgalerie Stuttgart entwickelt aufbauend auf den seit 2010 bestehenden Angeboten für Deutschlernende Führungen, die den speziellen Bedürfnissen dieser Schüler gerecht werden. Dazu strebt die Staatsgalerie gezielte Kooperationsprojekte mit einzelnen Schulen an. Bereits im Herbst 2015 wurden Pilotführungen mit vier Vorbereitungsklassen der Katharinenschule Esslingen durchgeführt.

Führungsreihe zum Thema Heimatverlust, Fremde und Identität

2016 nimmt die Staatsgalerie Stuttgart das Thema Interkultur und Teilhabe mit der Führungsreihe» Heimatverlust, Fremde, Identität« besonders in den Fokus. Die deutschen aber auch fremdsprachigen Themenführungen beleuchten u.a. wo sich europäische und außereuropäische Kunst wechselseitig beeinflussen, welche Stereotype von Künstlern befördert werden oder wie sich Künstler mit so existenziellen Themen wie Identität (und deren Verlust), Vertreibung und Verfolgung auseinandersetzen.

Teilnahme an der bundesweiten Initiative »Kultur öffnet Welten«

Bei der bundesweiten Initiative »Kultur öffnet Welten« vom 21. bis 29. Mai 2016 beteiligte sich die Staatsgalerie Stuttgart mit ausgewählten Führungsangeboten. Bund, Länder und Kommunen, künstlerische Dachverbände und Akteure aus der Zivilgesellschaft tragen gemeinsam die Initiative »Kultur öffnet Welten«. An der Aktionswoche beteiligen sich weit über 250 Kulturprojekte unterschiedlicher Sparten aus allen Regionen Deutschlands. Das Programm bildet die kulturelle Vielfalt in Deutschland ab, die erst durch die Teilhabe möglichst vieler Menschen lebendig wird.

Mehr Informationen: www.kultur-oeffnet-welten.de

Seit Dezember 2015 nimmt die Staatsgalerie an der vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst geförderten Maßnahme »Interkulturelle Qualifikation im Kulturbereich« Teil.