Systemische Beratung und Mediation

Symposium zur Praxis systemischer Konfliktbearbeitung gab viele Impulse

Die Universität Witten/Herdecke (UW/H) empfing vom 10. bis 12. März das „Who is who“ der systemischen Beratung und Mediation zum Symposium: „Die Praxis systemischer Konfliktbearbeitung in Organisationen“. Mit über 180 Teilnehmern und Protagonisten wie Dirk Baecker, Rudi Ballreich, Luc Ciompi, Kurt Faller, Friedrich Glasl, Matthias Varga von Kibéd, Gunther Schmidt, Fritz Simon, Arist von Schlippe und Rudi Wimmer entstand eine inspirierende Atmosphäre, die durch einen lebhaften Austausch, interessante Gespräche und herzliche Begegnungen geprägt war.

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Teilnehmer des Symposiums in Witten

Die Frage war, wie Mediation helfen kann, Konflikte am Arbeitsplatz aus unterschiedlichsten Perspektiven zu sehen und zu lösen. Dies wurde anhand von Vorträgen und in zahlreichen Workshops vorgestellt und diskutiert. Es wurde klar, dass es unterschiedliche Ansätze im Umgang mit Organisationskonflikten gibt und dass die Kunst darin liegt, kontextbezogen je nach Konfliktsituation den passenden Ansatz zu entwickeln und anzuwenden.

„Konflikte bieten ein ungeheures Potential zur Veränderung, wenn man ihnen mutig entgegensieht und bereit ist, das Potential dieser  Energien für die Veränderung der Organisation zu nutzen“, so Rudi Ballreich, Mitinitiator der Veranstaltung, Organisationsberater und Mediationsausbilder. Wer Konflikte nachhaltig bearbeiten will, sollte deshalb neben der Kenntnis von Mediationsansätzen auch systemische Organisationsdynamiken verstehen. Denn der systemische Blick auf Organisationen kann das Handlungsspektrum von Mediatorinnen und Mediatoren wesentlich erweitern. „Mediation ist ein fortgeschrittener Umgang mit internen und externen Konflikten von Organisationen. Systemische Organisationsmediation begreift die im Konflikt auftauchenden Verhaltensweisen nicht bedingt durch persönliche Eigenschaften der Beteiligten. Durch diese Sichtweise können leichter Lösungen gefunden werden, die auch die Organisation weiter entwickeln“, so  Prof. Dr. Matthias Varga von Kibéd, Gründer des SySt-Institut für systemische Ausbildung, Fortbildung und Forschung in München

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer schätzten vor allem die sehr gute Verbindung von Theorie und Praxis. „Das Symposium war in jeder Hinsicht bereichernd. Durch die Dichte in jedem einzelnen Vortrag habe ich neue Impulse für meine Arbeit mitgenommen und Fragen, die mich weiterhin beschäftigen werden, neu greifen können. Die Auswahl der Dozenten war beeindruckend durch ihre Vielfalt und Professionalität. Die Uni Witten hat sich mal wieder selbst übertroffen und überzeugte durch eine gekonnte Verbindung zwischen Inhalten und Veranstaltungsorganisation“, schwärmt  Teilnehmerin Katharina Bertulat, Wirtschaftsjuristin und Mediatorin aus Bergheim.

„Einig - so scheint mir - sind sich alle Experten: Konflikte sind eine Chance. Wichtig ist es, sie (an-) zu erkennen und dann eine situativ stimmige Methode zu wählen, um einen für alle Beteiligten guten Weg zu finden. So können wir wachsen! Ich nehme mit: Freude über Vielfalt und Wahlmöglichkeiten und Lust auf mehr. Danke dafür!“, so Teilnehmerin Dorothee Schencking, Mediatorin und Coach.

„Die hohe Teilnehmerzahl und das tolle Feedback sind für uns Bestätigung, dass das Thema von großem Interesse für die berufliche Praxis ist. Daher werden wir das Thema Konfliktbearbeitung in Organisation und systemische Perspektiven auch zukünftig an der Universität Witten/Herdecke weiter bearbeiten. Für Ende des Jahres ist u.a. der Start eines berufsbegleitenden Master ‚Systemische Organisations- und Wirtschaftsmediation (M.A.)‘ geplant“, so Sebastian Benkhofer, Leiter des Zentrums Fort- und Weiterbildung der Universität Witten/Herdecke und Mitinitiator des Symposiums.

Private Universität Witten/Herdecke

Foto: Private Universität Witten/Herdecke