Bis 8.7.

Goetheanum-Dokumentation

Ausstellung Rudolf Steiner Bilder

Die Goetheanum-Dokumentation befragt zu Rudolf Steiners 155. Geburtstag das von ihm überlieferte Bild. Ausgangspunkt dafür sind Interpretationen seiner Persönlichkeit in Fotografie, Malerei, Skulptur und Schrift.

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Oswald Dubach, Rudolf Steiner mit Pelzmütze,1935, Gipsabguss, 27 × 20 × 13.5 cm
© Goetheanum Dokumentation, Foto: Johannes Nilo

Von Rudolf Steiner gibt es viele Bilder: auf Silbergelatineabzügen, mit Öl gemalt, in Holz, Gips, Bronze oder Terrakotta gestaltet, ja sogar als Comicfigur. Die Kunstsammlung Forum Würth besitzt eine Steiner-Skulptur von Jean Tinguely in Eisen, Schrauben und anderen Fundstücken.

Jedes dieser Bilder ist Interpretation und Inszenierung je nach Ausdruckmittel und Auffassung. Wie bewusst gegebenenfalls nachgeholfen wurde, machen Abzüge deutlich, die ein Motiv mal weicher oder härter, mal heller oder dunkler zeigen, das eine mehr, das andere weniger betonend, mit verändertem Hintergrund oder anders gefasstem Ausschnitt.

Das jeweils persönliche Bild, das man sich von Rudolf Steiner macht, spiegelt sich auch in der Wahl bestimmter Porträts als Wandschmuck wider. Johannes Nilo, Leiter der Goetheanum-Dokumentation und Kurator der Ausstellung ‹Rudolf Steiner Bilder›, identifiziert beispielsweise diejenigen, die mit einem Studiobild des St. Galler Fotografen Otto Rietmann auf den modernen Eingeweihten blicken wollen, dann diejenigen, die ihn als Gründungsvater und Sozialreformer sehen, schließlich dritte, die eine Aufnahme um die Jahrhundertwende 1900 wählen, auf der Steiner aufrecht im Halbprofil, mit beiden Händen halb sich stützend, halb souverän sich haltend, hinter einem Stuhl steht, weil sie Steiner als unabhängige, weltoffene Kulturpersönlichkeit schätzen.

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Otto Rietmann, Abzüge unterschiedlicher Aufnahmen
© Goetheanum Dokumentation, Foto: Johannes Nilo 

Für Johannes Nilo sind diese Bildtypologien in einer «Kampfzone um den richtigen Steiner» entstanden, als Ausdruck von Verehrung und Schutz, von Befreiung von dieser Verpflichtung, aber auch von Kritik und Verleumdung.

Die Goetheanum-Dokumentation zeigt über 20 Exponate von Oswald Dubach, Fritz Hass, Bernhard Hoetger, Richard Pollak, Otto Rietmann, Albert Steffen, Karl H. W. Stockmeyer, Assja Turgenieff und anderen. 

Sebastian Jüngel

Bis 8. Juli 2016, Ausstellung: Rudolf Steiner Bilder.

Ort: Bibliothek im Goetheanum, Dornach, Schweiz. Öffnungszeiten: dienstags 14 -19 Uhr, freitags 14 - 18 Uhr.