Nachtmahl seit über 15 Jahren im „Schloß Freudenberg“

Im „Schloß Freudenberg“ kommt fast jeden Freitag und Samstag eine Gruppe von 18 Personen zusammen um ein gemeinsames Abendessen in völliger Dunkelheit einzunehmen.

Daja Reinhold freut sich schon auf den Abend, denn als sie vor der im Kreis stehende Gruppe steht, ist sie bereits vorbereitet auf das gemeinsame Erlebnis im Dunkeln. Daja ist eine von vier Begleitern der Gäste im NachtMahl. Sie begrüßt heute die Teilnehmer, die schon für eine halbe Stunden, die Möglichkeit hatten, im Erfahrungsfeld zur Entfaltung der Sinne und des Denkens, Erkenntnisse zu sammeln. Extra für die Gäste sind die Erfahrungsfeldstationen mit Begleitern am Abend geöffnet. So kann jeder auf eigene Faust, ganz ungestört das ruhige festliche beleuchtete „Schloß“ und mit den Stationen zu den Sinnen erleben.

Nach der Begrüßung geht über eine schmale Tür raus aus dem fürstlichen Foyer mit Kaminfeuer über die früherer Dienstbotentreppe ins Erdgeschoss, hier ist es bereits schummrig und da ist das Dunkelrestaurant eingerichtet. Über die farbige Halbschatten geleitet Daja die Gäste in das NachtMahl. Es dauert schon etwas Zeit bis alle Gäste im stockdunkeln Platz genommen haben. Und sofort nach dem alle sitzen, gibt es ein Teil der Gruppe, die jetzt drauf losplappern und die Aufregungen, über ein angeregtes Gespräch vergessen. Aber es gibt auch die Person, die man nicht hört, die ganz leise werden und sogar die Augen schließen und genießen, ganz bei sich selbst anzukommen. Dieses Mal scheint keiner dabei zu sein, der die erste Angst und Aufregung nicht überwindet und direkte Unterstützung und Zuspruch benötigt. Manchmal braucht es ein Glas Wasser und oder eine beruhigende Hand.

Nun kann das besondere Erlebnis im Finstern beginnen. Und, in der Tat, erleben kann man hier so einiges. Denn beim Verzehr des stets vegetarischen Abendessens im Stockdunkeln passiert Erstaunliches. Wenn die Augen nichts mehr sehen, bewerten und kategorisieren können, stellt sich zunächst ein mulmiges Gefühl ein, das aber nach kurzer Zeit umschlägt und schließlich eine vollkommene Konzentration auf die übrig gebliebenen Sinne mit sich bringt.

Deshalb trägt die Verunsicherung, die so manchen Teilnehmer des „NachtMahls“ bei der Identifizierung seiner Mahlzeit im Dunkeln überkommt zu einer veränderten Wahrnehmung bei. Denn durch längeres Kauen, etwa um festzustellen, um was es sich handelt, steigen verstärkt Aromen sowohl in die Nasenöffnungen, als auch in den Rachenraum auf. Erst mit dem Kauen kommt das „bunte“ Potenzial einer Mahlzeit voll zum Tragen.

Mit dem Genuss, der alle Sinne beansprucht, ist auch der Wunsch nach in jedem Sinne gutem Essen verbunden. Die Köche von „Schloß Freudenberg“ verwenden deshalb ausschließlich regionale, saisonale* und nach Möglichkeit eigene biologisch angebaute Lebensmittel. Ihre Komposition gleicht einer Kunst. Der Chefkoch hat sich lange auf das Zubereiten von Speisen spezialisiert, die ohne zu sehen verzehrt werden können. Dass die Gäste hier nur vegetarische Speisen serviert bekommen, hat seinen Grund. „Vegetarische Zutaten machen das Essen vielfältiger in Kombinations- und Zubereitungsmöglichkeit“, erklärt der Schlosskoch.

Bestimmte Speisen, wie beispielsweise die servierte Kartoffelsuppe, werden schnell erkannt. Andere Lebensmittel wiederum stellen die Gäste auf eine harte Probe. Irgendwie scheint vieles anders zu schmecken, wenn das Auge nicht mitessen darf.

Termine und weitere Informationen:

Termine siehe Veranstaltungskalender, im Iuternet unter www.schlossfreudenberg.de oder per Tel. 0611-4110141. Der Preis startet bei 64,- pro Person.

Hier gibt es übrigens auch eine „DunkelBar“, in der die Besucher in völliger Dunkelheit von sehbehinderten und blinden Mitarbeitern empfangen werden.

Ab April... es grünt so grünt …Radieschen, Mairübe Frühlingszwiebel, Bärlauch, Rhabarber, Salat, Kohlrabi

Ab August …endlich richtig Sommer, jetzt wird es bunt ..., Aubergine, Zucchini Paprika, Tomate. Kornblume, Zitronentagetes, Lavendel, Kapuziner-Kresse, Salbei, Rose

- Beeren Erdbeeren, Himbeeren, Blaubeeren, Johannisbeeren.

Ab Dezember … du grünst nicht nur zur Sommerzeit, Wirsing, Rosenkohl, Spinat, Feldsalat, Chinakohl, Rotkohl, Radicio, Kürbis und Eingemachtes