Aus der Arbeit der GLS Treuhand Zukunftsstiftung Entwicklung

Uganda: Das Licht „Der grünen Revolution“

Green Light Revolution

Ein neues Bündnis von elf Partnerorganisationen und -schulen der Zukunftsstiftung Entwicklung ist entstanden. Das Ziel: flächendeckende dörfliche Aufforstung für ihre Lebensgrundlage und gegen den fortschreitenden Klimawandel.

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Mary Nakazibwe, Baumschulpflegerin: Auch sie will ihre Baumschule ausweiten.

Foto: Zukunftsstiftung Entwicklung

Von den nördlichen Ufern des Viktoriasees aus erstreckt sich die Zentralregion Ugandas in sanften Hügeln und Grasland. Früher waren diese Hügel dicht bewaldet, heute sind sie bebaut oder weitgehend kahl. Studien zeigen, dass Uganda zwischen 1990 und 2010 jedes Jahr etwa 88.150 Hektar Wald verloren hat. Insgesamt sind das 31,7 Prozent des Waldbestandes. Und die Rodung geht weiter.

In Uganda leben etwa 82 Prozent der Menschen direkt oder indirekt von der Landwirtschaft. 85 Prozent von ihnen sind Kleinbäuerinnen und Kleinbauern mit einem Landbesitz unter fünf Acres. Ihre Landwirtschaft basiert überwiegend auf Regenwasser, denn Bewässerungssysteme sind eine rare Ausnahme. Ihre Energieversorgung basiert zu über 90 Prozent auf Holz dies vor allem zum Kochen.

Aufgrund des Klimawandels und der damit einhergehenden Veränderung der Regenzeiten und -muster wird die ohnehin schwierige Lage der mehrheitlich subsistent lebenden Kleinbäuerinnen und Kleinbauern noch prekärer. Die Regenzeit, die früher vorhersagbar zweimal pro Jahr eintrat, ist unzuverlässig geworden: Entweder es regnet gar nicht mit der Folge, dass die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern keine Ernten haben und ihr Saatgut verlieren oder es flutet, wodurch Humus abgetragen und die Ernte verloren geht, wenn die kleinen Felder nicht ausreichend konturiert, Wassergräben gezogen und durch Baumreihen und Hecken geschützt sind.

Der Teufelskreis ländlicher Armut

In Zeiten der Not tragen die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern zur Zerstörung der Biodiversität und der Vernichtung der natürlichen Ressourcen oftmals selbst bei: Um Einkommen zu erwirtschaften, werden Bäume für den Verkauf gefällt und als Bau- oder Schreinereiholz, Pfosten für Elektroleitungen, Feuerholz oder in Form von Holzkohle verkauft. Ohne die natürliche Vegetation ist das Land noch anfälliger und den Wetterextremen schutzlos ausgeliefert. Heute sind die Folgen der Zerstörung durch Abholzung und monokulturelle Fehlnutzung überall sichtbar: Die Bodenfruchtbarkeit sinkt, die Böden verlieren die Fähigkeit, Wasser aufzunehmen, der Grundwasserspiegel sinkt. Dadurch nehmen die natürliche Anpassungs- und Widerstandsfähigkeit weiter ab.

Bäume pflanzen, Boden pflegen, Biodiversität steigern

Um diesen Kreislauf zu durchbrechen, haben langjährige Partner der Zukunftsstiftung Entwicklung ein Bündnis mit dem klangvollen Namen Green Light Revolution begründet. Es besteht aus fünf Organisationen sowie sechs Schulen, die Schulungen im organischen Landbau anbieten. Dieses Bündnis möchte in der ugandischen Zentralregion gemeinsam mit 2.500 Kleinbäuerinnen und Kleinbauern aus über einhundert Gemeinden, eine Infrastruktur zur Bewässerung aufbauen, organischen Landbau ausweiten und massiv Bäume pflanzen.

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Baumsetzling
Foto: Stephan Münnich

Dazu werden in einem ersten Schritt durch die Mitarbeiter/innen unserer Partner Schulungen zur Bedeutung von Bäumen und nachhaltiger Forstwirtschaft für Kleinbäuerinnen und Kleinbauern und mit allen Kindern, Jugendlichen und Lehrer/innen der sechs Partnerschulen durchgeführt. Anschließend werden, begleitend zur praktischen Arbeit, Gemeinde-Multiplikatoren zu Elementarforstwirten ausgebildet und elf große dezentrale Baumschulen aufgebaut.

Die Elementarforstwirte und Elementarforstwirtinnen pflegen gemeinsam mit den dörflichen Gemeinschaften die Baumschulen. Unsere Partner legen Wert darauf, dass viele verschiedene Sorten von Bäumen angepflanzt werden, die bei nachhaltiger Bewirtschaftung die Versorgung mit Feuer- und Bauholz sicherstellen. Außerdem sollen Obstbäume sowie kulturell und spirituell wichtige Bäume, wie beispielsweise der sogenannte incense tree, Weihrauchbaum, aus der Familie der Burseraceae, gepflanzt werden. Der Weihrauchbaum ist traditionell der Baum, der in Uganda Begräbnisstätten schützt und das Heim einer Familie markiert.

Die beteiligten Familien pflanzen die Setzlinge aus den Baumschulen aus. Jede Pflanzung wird dokumentiert und das Wachsen der Bäume verfolgt. Wichtig ist die Wässerung der Bäume und deren Schutz vor Tieren, die das frische Grün natürlich auch lieben. Es sollen mindestens 60.000 Bäume gepflanzt werden. Das gesteckte Ziel ist ein flächendeckender, grüner Gürtel in Zentraluganda, der Beitrag des Bündnisses Green Light Revolution gegen den Klimawandel.

Um das Vorhaben der Green Light Revolution in den kommenden vier Jahren wirkungsvoll unterstützen zu können, benötigen wir insgesamt 160.000 Euro an Spenden. Pro begünstigter Kleinbauernfamilie entspricht dies ca. 34 Euro; pro gepflanztem Baum 2,67 Euro.

Dr. Annette Massmann

Spenden

Spendenzweck

Uganda: Bäume (F 254)

Spendenkonto

IBAN: DE05 4306 0967 0012 3300 10

Weitere Informationen: www.entwicklungshilfe3.de