26. bis 30.1.

Wenn die Frage da ist, ist der Raum beseelt

SEELENRAUM im Schloß Freudenberg. Zum dritten Mal. Wieder Ende Januar. Wieder mit den Gastgebern Matthias Schenk, künstlerischer Leiter von Schloß Freudenberg, und Adriaan Bekman, Grunder und Direktor von IMO Institut fur Mensch und Organisationsentwicklung.

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Skizze „Seelenraum“ von Matthias Schenk.

Skizze: Matthias Schenk

SEELENRAUM Was muss ich mir da vorstellen?

Matthias Schenk: Der Titel unserer Aktion ist belastet, nicht frei von Konnotationen, von einem Herrjesses. Mit dem Begriff „SEELENRAUM“ rutscht man schnell ins Religiöse, vor allem bei Jugendlichen. Dabei scheint in jedem von uns etwas auf, wenn wir den Klang SEELE hören. Hier setzen wir an. Ich komme ja vom Bodensee, und dort war „das Seele“ eben der See.

Adriaan Bekmann: Meine Frage war: Wie kann die Seele in einem Unternehmen, in einer Einrichtung aufscheinen oder erscheinen? Wann sagen wir: Das ist ein beseelter Ort? Eine beseelte Konferenz, ein beseeltes Gespräch?

Wird das im Seelenraum erlebbar?

Bekmann: Es ist möglich und geht nach der Einsicht: ‚In den beginne is de vraag, de vraag is bij de mens, de vraag is de mens‘. Alle sind im Seelenraum willkommen, egal, welcher Herkunft, welchen Alters, welcher Lebenslaufbahn. Manchmal beginnen wir mit einem kleinen Konzert für die Anwesenden. Ich spiele Saxophon und Matthias dazu mit Steinen, Hölzern, Metronomen oder der Tuba.

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Impressionen aus dem „Seelenraum“.

Foto: „Schloß Freudenberg“

Schenk: Und dann hat Adriaan so eine Gabe … Er schaut Dich an, und mit einer kleinen Geste, einer Handbewegung, fragt er, ohne zu fragen. Und der Gast fängt an zu erzählen. Und die Erzählung mündet immer in eine Frage. Wir geben der gefundenen Frage einen Raum, Wärme, Rhythmus … je nach Situation.

Bekmann: Und wenn die Frage da ist, ist der Raum beseelt. Das geht zu zweit, das geht mit einer ganzen Schulklasse.

Schenk: Dabei gibt es keine Antworten von uns.

Bekmann: Denn die Antworten sind immer schon da. Auch die Lösungen. In einem beseelten Raum finden sie eher ihren Weg zu uns.

Schenk: Der große Saal im Schloß Freudenberg wird jetzt zum dritten Mal zum „Erfahrungsfeld zur Entfaltung der Seelen“. Und wir werden mit jedem Mal seelenerfahrener. Man kommt in den Raum wie in ein Bühnenbild. Ein großer Bühnenteppich, Instrumente, Materialien, ein Tisch und Stühle. Drumherum Sitzplätze. Jeder kann für sich entscheiden: Will ich hören oder zuhören, schauen oder zuschauen? Will ich aktiv oder passiv sein? Jeder kann sein Thema, seine Frage äußern und vorstellen, vor sich hin stellen. Und dann ergibt sich daraus eine Komposition, eine Improvisation.

Bekmann: Auf einer Kreidetafel stehen die Namen von 34 Philosophinnen und Philosophen.

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Impressionen aus dem „Seelenraum“.

Foto: „Schloß Freudenberg“

Von Aristoteles bis Martha Nussbaum. Und ich frage: Welcher Namen spricht Dich an? Und ich finde dann eine Textstelle im meinem Buch „Bezieling, filosofie van het georganiseerde leven“. Daraus ergibt sich dann wieder etwas.

Schenk: Ein kleines Zwischenspiel, Tanz, Musik. Eine Freude, wir sind ja auf dem Freudenberg. Und ohne Freude bleibt die Seele im Berg und verbirgt sich.

Di. 26. bis Sa. 30. Januar, täglich von 9 bis 17 Uhr Seelenraum. Jeder Tag wird um 16.30 Uhr mit einer Aufführung abgerundet oder angeeckt.

Im Laufe der Woche kommen Bewegungskünstlerinnen und Musiker mit dazu. Oder Gäste, die ganz spontan am Gelingen mitwirken.

Es gibt kein Programm, keine Zeitvorgeben, jedeR entscheidet, wie lange und wie intensiv sie/er dabei sein kann.

Es braucht keine Anmeldung, es sei denn, man will mit seinem Team zu einer ganz bestimmten Frage kommen oder an diesem Experiment teilnehmen.

Weitere Informationen: Schloß Freudenberg, Erfahrungsfeld zur Entfaltung der Sinne und des Denkens, Tel. 0611-4110141,