„Leben mit Fukushima“ 

Fotoausstellung und Podiumsdiskussion an der Alanus Hochschule

Verlassene Gebäude, entvölkerte Landstriche, Berge von verseuchtem Müll aber auch Menschen in Schutzanzügen, die Zierkirschen pflegen oder den Friedhof ihrer Ahnen reinigen. Der in Japan lebende Fotograf und Absolvent der Alanus Hochschule, Bertram Schiller, besucht seit Dezember 2011 regelmäßig die Region um Fukushima, um das Leben der von der Nuklearkatastrophe betroffenen Menschen aufzuzeichnen.

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Ein Arbeiter registriert mit kontaminiertem Material gefüllte Säcke auf einer vorläufigen Deponie (04.07.2013 Hirono, Präfektur Fukushima)

In seinen Bildern fängt er ihre Hilflosigkeit ein und dokumentiert in erschreckenden und gleichzeitig höchst ästhetischen Bildern die Situation vor Ort. Vom 12. bis 14. November zeigt die Alanus Hochschule im Foyer eine Auswahl seiner innerhalb von dreieinhalb Jahren entstandenen Fotoarbeiten.

„Als das weltweit auf den Titelseiten der Medien abgehandelte Interesse für die gesundheitlichen Risiken der in dieser Gegend lebenden Menschen abebbte, empfand ich einen inneren Drang, die Lage der Betroffenen und ihren täglichen Kampf ums Dasein genauer kennenzulernen“, beschreibt Schiller die Motivation für sein Fotoprojekt. Schiller, 1976 in Hamburg geboren, hat von 2001 bis 2005 Bildende Kunst an der Alanus Hochschule studiert. Seit 2006 lebt und arbeitet er in Japan. Seine Fotos der Serie „Leben mit Fukushima“ wurden bereits an mehreren Orten in Japan gezeigt und bei Fotowettbewerben ausgezeichnet, unter anderem 2013 beim International Photography Award.

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Anwohner dekontaminieren den im Evakuierungsgebiet liegenden Friedhof ihrer Angehörigen (04.07.2013 Okuma, Präfektur Fukushima)

Anlässlich der Ausstellung findet am 12. November um 18 Uhr ein moderiertes Podiumsgespräch statt, unter anderem mit: Christoph Schreier vom Kunstmuseum Bonn, dem Bonner Professor für Japanologie, Reinhard Zöllner, und Marcelo da Veiga, Rektor der Alanus Hochschule. Moderiert wird die Veranstaltung von David Eisermann, Kulturjournalist und Hörfunkmoderator beim WDR.

Die Veranstaltung ist die erste der Reihe „Kunstgespräche im Foyer“, bei der in Zukunft regelmäßig Themen aus dem Spannungsfeld von Kunst Gesellschaft diskutiert werden.

Dr. Julia Wedel

12. bis 14. November, Leben mit Fukushima, Fotoausstellung. Geöffnet täglich von 9 bis 19 Uhr.

Kosten: Eintritt frei. Veranstaltungsort: Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft, Campus II, Villestraße 3, 53347 Alfter.

Fotos: Bertram Schiller