Meilenstein für die Erforschung und Weiterentwicklung der Waldorfpädagogik

Graduiertenkolleg an der Alanus Hochschule eingerichtet

Die Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft in Alfter bei Bonn richtet gemeinsam mit der Software AG Stiftung und der Pädagogischen Forschungsstelle beim Bund der Freien Waldorfschulen ein Graduiertenkolleg „Waldorfpädagogik“ ein. Zentrales Anliegen der Institution ist die systematische Erforschung und Weiterentwicklung der Waldorfpädagogik in Theorie und Praxis. Dazu bietet das Kolleg ein umfassendes Forschungs- und Qualifizierungsprogramm an und schreibt  für einen Zeitraum von drei Jahren bis zu zehn Promotionsstipendien aus. Die Software AG - Stiftung, die Pädagogische Forschungsstelle beim Bund der Freien Waldorfschulen und die Hans Stockmar GmbH finanzieren das Vorhaben mit einer Fördersumme von zwei Millionen Euro.

+B11_6.psd

Das Steuerungsteam des Graduiertenkollegs v.l.n.r.:

Achim Grenz, Vorstand Software AG Stiftung; Walter Riethmüller: Vorstand Pädagogische Forschungsstelle/Bund der Freien Waldorfschulen; Horst Philipp Bauer, Professor für Erziehungswissenschaft und berufliche Bildung/Alanus Hochschule; Christian Boettger, Geschäftsführer Pädagogische Forschungsstelle; Wilfried Sommer, Vorstand Pädagogische Forschungsstelle, Professor für Schulpädagogik/Alanus Hochschule; Peter Heusser, Professor für Medizintheorie, Integrative und Anthroposophische Medizin/Universität Witten/Herdecke; Jost Schieren: Leiter Graduiertenkolleg, Professor für Schulpädagogik/Alanus Hochschule, Vorstand Pädagogische Forschungsstelle; Marcelo da Veiga: Rektor/Alanus Hochschule

„National wie international steht die systematische Erforschung und innovative Weiterentwicklung der Waldorfpädagogik aus. Das Graduiertenkolleg soll hierzu einen Beitrag leisten und ist damit als Meilenstein auf dem Weg der wissenschaftlichen Etablierung der Waldorfpädagogik zu betrachten“, verdeutlicht Jost Schieren, Professor für Schulpädagogik mit dem Schwerpunkt Waldorfpädagogik und Leiter des Graduiertenkollegs. Besonderes Augenmerk werde darauf gelegt, dass die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Pädagogik Rudolf Steiners in einem kritischen Diskurs in der Erziehungswissenschaft und angrenzender wissenschaftlicher Gebiete stattfinde, fügt Schieren hinzu, der an der Alanus Hochschule den Fachbereich Bildungswissenschaft leitet.

Ein weiterer Akzent des Graduiertenkollegs liegt in der engen Anbindung an die waldorfpädagogische Praxis, an deren Bedarf die Forschungsaktivitäten unter anderem ausgerichtet werden. Ergänzend dazu sollen Forschungsergebnisse unmittelbar in die Hochschullehre sowie die Praxis an waldorfpädagogischen Institutionen einfließen. Darüber hinaus unterstützt das Kolleg Forschungsvorhaben, die Entwicklungsimpulse für die Pädagogik allgemein und im Besonderen für die Waldorfpädagogik erwarten lassen. Kooperationen mit Universitäten und einschlägigen Institutionen weltweit sollen die Auseinandersetzung mit der internationalen Entwicklung der Waldorfpädagogik fördern. Vertreter der Alanus Hochschule haben das Graduiertenkolleg gemeinsam mit der Software AG  Stiftung und der Pädagogischen Forschungsstelle beim Bund der Freien Waldorfschulen entwickelt. „Wir haben das Projekt ins Leben gerufen, um die akademische Auseinandersetzung mit der Waldorfpädagogik und insbesondere die Forschung  zu fördern“, betont Achim Grenz aus dem Vorstand der Software AG Stiftung. Christian Boettger, Geschäftsführer der Pädagogischen Forschungsstelle beim Bund der Freien Waldorfschulen ergänzt: „Die Pädagogische Forschungsstelle wird von den Schulen finanziert, die ein genuines Interesse daran haben, dass die Waldorfpädagogik beforscht wird und sich zeitgemäß weiterentwickelt. Allein auf diese Weise kann die Waldorfpädagogik einen angemessenen Stellenwert in der Gesellschaft erhalten.“

Nachwuchswissenschaftler, die für ein Promotionsstipendium ausgewählt werden, erwartet ein umfassendes Programm aus Seminaren, Kolloquien, Fachtagungen und intensiver Betreuung sowie eine eigens für das Kolleg eingerichtete Bibliothek. Ab Herbst 2015 werden die ersten Stipendien ausgeschrieben.

Die Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft

ist eine staatlich anerkannte Kunsthochschule in Alfter bei Bonn. Wichtiger Teil des Konzepts der Hochschule ist die Begegnung von Kunst und Wissenschaft. Sie vereinigt unter ihrem Dach Studiengänge aus den Bereichen Architektur, Bildende Kunst, Schauspiel, Eurythmie, Kunsttherapie, Pädagogik und Betriebswirtschaftslehre. Derzeit sind rund 1.200 Studenten eingeschrieben. Alle Studiengänge sind akkreditiert und staatlich anerkannt. Im Mai 2010 wurde die gesamte Hochschule zudem erfolgreich durch den Wissenschaftsrat akkreditiert und erhielt das Promotionsrecht für den Fachbereich Bildungswissenschaft.

Die Software AGStiftung 

ist eine eigenständige und gemeinnützige Förderstiftung bürgerlichen Rechts mit Sitz in Darmstadt. Sie ist keine Unternehmensstiftung, sondern Großaktionär der ebenfalls in Darmstadt ansässigen Software AG. Aus den Erträgen des rund eine Milliarde Euro umfassenden Stiftungsvermögens unterstützt die Software AG Stiftung (SAGST) seit 1992 ausgewählte Projekte freier, ausschließlich und unmittelbar gemeinnützig tätiger Träger. Eine besondere Aufgabe wird darin gesehen, aktiv Projekte zu initiieren, um damit grundlegende und übergreifende Entwicklungen und Vorhaben im Rahmen der Stiftungsverfassung (i. d. Fassung vom 28. Mai 2002) zu verfolgen. Selbstverständlich ist für die Software AG Stiftung die Umsetzung der 2006 verabschiedeten »Grundsätze guter Stiftungspraxis« des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen. Die Software AG Stiftung verfügt über eine eigene Vermögensverwaltung.

Die Pädagogische Forschungsstelle 

besteht seit 1968 als eigenständiger Verein im Gesamtzusammenhang des Bundes der Freien Waldorfschulen. Mitglieder sind die Mitglieder des Bundes selber. Die Forschungsstelle fördert und unterstützt Forschungsprojekte im Bereich der Grundlagen und der Praxis der Waldorfpädagogik. Darüber hinaus entwickelt sie Lehrmittel für die einzelnen Fächer der Waldorfschulen.

Tatjana Fuchs

Foto: © Alanus Hochschule