Friedensimpulse von Frauen

Die Ausstellung des Frauenrats des Arbeitszentrums Frankfurt zeigt 13 Frauen, die sich für den Frieden einsetzten, auf Schautafeln mit Foto, einem kurzen Text zum Lebenswerk, Eckdaten und Zitaten. Darunter befinden sich Friedensnobelpreisträgerinnen, Widerstandskämpferinnen, Politikerinnen und Künstlerinnen. Sie wurden stellvertretend für viele ausgewählt; die Biographien zu entdecken oder wieder zu aktivieren war für die Autorinnen des Frauenrats sehr bereichernd und beglückend. Ergänzt werden diese Porträts durch Informationen zu noch lebenden Friedensaktivistinnen (darunter Ute Craemer) und zu Frauenfriedenskongressen, die über Kriegsschranken hinweg vor allem zwischen 1899 und 1932 organisiert wurden.

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Blick in die Ausstellung.

Eine Tafel behandelt Friedensimpulse aus Anthroposophie und stellt in dem Zusammenhang Aktivitäten der ehemaligen Vorstandsmitglieder Elisabeth Vreede und Ita Wegman vor. Eine weitere Tafel befasst sich mit den Themen Frauen Frieden - Freiheit und lässt dabei Rudolf Steiner, Rosa Mayreder und Doris Lessing zu Wort kommen. Zudem gibt es Handzettel, eine Literaturliste und eine Sammlung „Anthroposophisches zur Frauenfrage“ von Magdalena Zoeppritz.

Die Porträts der dreizehn Frauen zeigen, wie unterschiedlich ein Friedensengagement aussehen kann. Beispielsweise wurde der Friedensnobelpreis durch Bertha von Suttner angeregt, die in einer weltweiten Friedensbewegung tätig war. Rosa Mayreder begründete ihre politische Tätigkeit in der Frauenfriedensbewegung auch aus ihren Beobachtungen und Theorien zum Geschlechterkampf. Die soziale Ungerechtigkeit als potentielle Kriegsursache befeuerte Rosa Luxemburg und Clara Zetkin in ihrem politischen Kampf, während Alva Myrdal und Petra Kelly Jahrzehnte später die atomare Aufrüstung vor allem als Bedrohung des Friedens erlebten. Die zwei jungen Mädchen Sophie Scholl und Cato Bontjes van Beek gingen in einer kriegstreibenden Diktatur für die Freiheit in den Tod, Ulrike Meinhofs Idealismus führte vom Friedensengagement ebenfalls in den Widerstand im Untergrund, aber dann in die Sackgasse des Terrorismus. Käthe Kollwitz setzte ihr ganzes künstlerisches Potenzial ein, um die Schrecken von Krieg, Hunger und Armut zu zeigen. Die Mystikerinnen Simone Weil und Mutter Teresa lebten mit den Ärmsten der Armen und versuchten, im Unruheherd den Frieden zu finden. Christa Wolf konnte über das Ventil des Schreibens in ihrer inneren Opposition zur DDR ausharren.

Es ist eine Galerie geworden, die an Frauen erinnern möchte, die über ihr Geschlecht, ihren Stand, ihre Nation, ja ihr Volk hinauswuchsen: die ganze Menschheit rückte ins Bewusstsein. Besonders berührend tritt das bei Käthe Kollwitz zutage, die eine Frau zeichnete, die alles Leid der Welt sieht und das innerlich trägt. Das heißt: ein Mensch stellt sich dem Leid der anderen und kann nicht mehr glücklich für sich genießen. Deshalb ist dies eine Art „Titelbild“ geworden.

Inzwischen konnte der Frauenrat über die Ausstellung Kontakte zur Öffentlichkeit knüpfen. (...) Ferner ergab sich eine Zusammenarbeit zwischen dem „Archiv der Deutschen Frauenbewegung“ in Kassel, dem Anthroposophischen Zentrum Kassel und dem Frauenrat. Sie wird sich Anfang 2016 in drei Veranstaltungen zu einzelnen Frauen der Ausstellung niederschlagen. Die Schautafeln werden dann wieder im Anthroposophischen Zentrum zu sehen sein.

Barbara Messmer

Weitere Informationen: Die 19 Stoffbanner mit Hängevorrichtung können ausgeliehen werden. Anfragen:

Frauenrat des Arbeitszentrums Frankfurt der Anthroposophischen Gesellschaft in Deutschland e.V.

60433 Frankfurt/Main, Hügelstr. 67, Tel. 069 530 93 581, Fax 588, E-Mail: info@arbeitszentrum-ffm.de.

Erschienen in: Rundbrief Leben Anthroposophie - Oktober 2015

Foto: Frauenrat des Arbeitszentrums Frankfurt der Anthroposophischen Gesellschaft in Deutschland e.V.