Ein Geschenk aus heiterem Himmel

Die Freie Waldorfschule Erftstadt freut sich über ihr neues Gewächshaus

Ein unerwarteter Anruf vor wenigen Monaten im Schulbüro, ein kurzes Gespräch. Seitdem ist die Freie Waldorfschule Erftstadt Besitzerin eines Gewächshauses. Es ist ein Geschenk der Firma Beckmann aus Wangen im Allgäu, die für ihr Gewächshaus nach dessen Einsatz auf dem Gelände der Landesgartenschau in Zülpich eine neue Verwendung suchte.

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Der Gartenbaulehrer, Alfons Thelen-Brücher, erklärt Sechstklässern die verschiedenen Keimlinge

Abbau und Transport des Gewächshauses von Zülpich nach Erftstadt organisierte die Schule selbst. Lehrer, Eltern und Schüler meisterten die Herausforderung mit vereinten Kräften und im Handumdrehen war das Gewächshaus zwischen Beeten, Bienenstock und dem altem Lehmofen im schuleigenen Garten errichtet.

Der Gartenbaulehrer, Alfons Thelen-Brücher, freut sich ganz besonders über das unverhoffte Geschenk: „Gartenbau und praktische Ökologie gehören seit jeher zum ganzheitlichen Ansatz der Waldorfpädagogik, die immer Kopf, Herz und Hand fördern möchte. Der Unterricht mit Gießkanne, Hacke und Spaten hat sich lange bewährt. In Zeiten von Agrarindustrie und Bienensterben hat das praktische Arbeiten mit der Erde noch an Bedeutung gewonnen.“

Das moderne Gewächshaus mit aufklappbaren Türen und Dachluken bietet Pflanzen ideale Wachstumsbedingungen, unabhängig von den äußeren Witterungsverhältnissen. „Früher mussten wir am Ende des Winters die Aussaat in geschlossenen Räumen machen, weil es draußen zu kalt war. Dort haben die Sämlinge leider viel zu schnell getrieben“, erklärt ein Siebtklässler.

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Sechstklässler trennen die Keimlinge aus der Erde und setzen sie einzeln in kleine Töpfe.

Die Schüler lieben die Arbeit im Gewächshaus, denn jetzt können sie die einzelnen Wachstumsschritte der Pflanzen vom Saatkorn über den Keimling bis zur reifen Pflanze noch besser beobachten.

Im Februar haben Schüler der Klassen fünf bis sieben das Treibhaus in Betrieb genommen. Fleißig säten sie Wirsing, Kohlrabi, Tomaten, Salat und viele Schnittblumensorten. Im April trennten sie mit Hingabe und großer Vorsicht die Keimlinge aus der Erde und setzten die Mini-Pflanzen einzeln in kleine Töpfe. Nach einigen Wochen im Treibhaus wurden die Pflanzen draußen in die Gartenbeete gepflanzt. In den letzten Tagen konnten endlich die ersten Salatköpfe geerntet und im Schulbistro serviert werden.

„Es ist schön, dass wir Pflanzen nun in viel größeren Mengen produzieren und den Kindern auch mal eine Pflanze mit nach Hause geben können, wenn sie danach fragen. Das ging früher nicht“, resümiert Herr Thelen-Brücher. „Wir haben jetzt viele neue Möglichkeiten in unserem Schulgarten. Das Gewächshaus ist in eine Bereicherung für unsere Schule.“

Daria Kirsch-Voigt

Fotos: Daria Kirsch-Voigt