Grundlagen der Kleinkindpädagogik nach Emmi Pikler

Eine berufliche Fortbildung des Seminars für Waldorfpädagogik Köln

Auch die jüngsten Kinder unserer Gesellschaft werden seit einigen Jahren aus den unterschiedlichen Gründen schon fremdbetreut. Viele Einrichtungen haben diese Herausforderung angenommen, ihre Tageseinrichtung für U3-Gruppen umstrukturiert und ihre MitarbeiterInnen auf diese vielfältigen Aufgaben vorbereitet.

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Anna Tardos zur U3-Betreuung

Erste Erfahrungen wurden gemacht, und es kristallisierte sich bei ErzieherInnen und vielen Tagesmüttern, -vätern der Wunsch zu weiteren Fortbildungen mit den unterschiedlichsten Themen heraus.

Jedem Erwachsenen ist bekannt, dass Kinder sich emotional sicher fühlen müssen, um sich entwickeln zu können. Der „Rahmen“ dazu muss von den ErzieherInnen und Tagesmüttern, -vätern geboten werden. Ein „Reichtum“ an Erfahrungen stärkt die Kinder für ihr späteres Leben.

Das Seminar für Waldorfpädagogik Köln hat in seine laufenden Fortbildungen für ErzieherInnen zum/zur WaldorferzieherIn eine Fortbildung für U3 – Kinder integriert. Die Menschenkunde Rudolf Steiners ist für das Team die Grundvoraussetzung in der Begleitung der Kinder.

Gleichzeitig ist es dem Kollegium des Seminars sehr wichtig sich von vielen Menschen inspirieren zu lassen und auszutauschen. So bieten wir u.a. aus diesem Grund für Menschen, die mit Kindern unter 3 Jahren arbeiten seit 2012 regelmäßige Fortbildungen zu „Grundlagen der Kleinkindpädagogik nach Emmi Pikler“ mit dem Team des Pikler-Instituts aus Budapest an. Die Themen richten sich u. a. nach den Fragen der TeilnehmerInnen. Aussagen einer Tagesmutter machen deutlich, wie wichtig die Arbeitswochenenden waren.

Anne Marisch

Bericht von der Tagesmutter Farida Schmidt

Am Wochenende 14./15. März 2015 trafen sich zum sechsten Mal interessierte Erzieherinnen und Tagesmütter/-väter mit Referentinnen des Pikler Instituts aus Budapest, Ungarn, um miteinander das Thema „Begegnung und Haltung zu Kindern und Eltern“ zu erarbeiten.

Die Heilpädagogin Silvia Pap und die Sozialpädagogin Andrea Szöke referierten über die Themen „Wie beziehen wir die Kinder bei der Pflege ein?“ und „Wie begegnen wir Eltern?“.

Kurze Filmausschnitte aus der Kinderkrippe Lózcy veranschaulichten das besprochene Thema. In kleinen Gruppen wurden einzelne Gesichtspunkte zu den jeweiligen Themen erarbeitet, und wir konnten unsere Fragen, die sich aus dieser Arbeit ergaben anschließend mit den Referentinnen erörtern. Die Themen wurden von den Anwesenden mit großem Interesse aufgenommen, denn es gilt, nach vielen Seminaren über die Theorien der achtsamen Pflege von Kleinkindern, nun diese Theorie auch in die Praxis zu integrieren. Da wir als Tagesmutter/-vater oft als Einzelperson die Betreuung der Kinder übernehmen, ist die Pflege der Kleinkinder nicht in der gleichen Art zu leisten, wie es in Lózcy möglich ist. Auch die anwesenden Erzieherinnen hatten Schwierigkeiten, die tatsächlich herrschenden Vorgaben in den Kindergärten mit der für das Kleinkind bestmöglichen Betreuung zu verbinden.

Umso wichtiger war der Austausch untereinander, um Alternativen im Sinne der Kleinkindpädagogik nach Emmi Pikler zu erarbeiten.

Das Thema „Begegnung und Haltung zu Kindern und Eltern“ bezog sich auf die Eingewöhnungszeit, und veranschaulichte die wichtigen Aspekte der Zusammenarbeit mit den Eltern für das Kleinkind. Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit ermöglicht dem Kleinkind, sich in der Krippe/im Kindergarten geborgen zu fühlen. Ich habe sehr viele gute Anregungen aus den Begegnungen und Vorträgen mitnehmen können. Die Haltung zum Kind wie sie mir durch das ungarische Kollegium vermittelt wurde ist mir so wesentlich wie ich sie durch die Waldorfpädagogik mit meinen eigenen Kindern erfahren durfte.

Als Tagesmutter ist dieses Seminar für mich eine wichtige Fortbildung zweimal im Jahr geworden. Die Übertragung des Erlernten ist sicherlich nicht eins zu eins möglich, aber ich kann dennoch vieles in die tägliche Betreuung der Kleinkinder integrieren, und somit den Kindern und Eltern neue Aspekte anbieten.

Nach zwei intensiven, aber auch sehr angenehmen Arbeitstagen, wurde das Seminar beendet. Alle freuen sich nun auf die Fortführung der Arbeit im September.

Farida Schmidt

Wir laden Interessierte sehr herzlich zur Teilnahme am nächsten Termin 19./20. September 2015 ein.

Informationen erhalten Sie unter:

Seminar für Waldorfpädagogik Köln, Tel. 0221-9414930,

rausch@fbw-rheinland.de

Foto: Anne Marisch