„Persönlich enorm bereichert“

Waldorflehrer werden mit einem Masterstudium an der Alanus Hochschule

Die Oberstufenlehrerin Nina Hellmann hat von 2008 bis 2011 den Masterstudiengang Pädagogik mit dem Schwerpunkt Schule und Unterricht an der staatlich anerkannten Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft in Alfter bei Bonn studiert. Seit mehreren Jahren unterrichtet sie nun Englisch und Deutsch an einer Waldorfschule. Aus welchen Gründen hat die studierte Germanistin und dreifache Mutter sich für das Teilzeitstudium entschieden? Wovon profitiert sie heute am meisten? Und wofür sollte Waldorfpädagogik heute ihrer Meinung nach offen sein?

Ein Erfahrungsbericht

„Mein Fachstudium (Magister Artium in Germanistik, Anglistik und Philosophie) habe ich von 1989 bis 1996 in Bielefeld, Reading (England) und Köln absolviert. Danach habe ich einige Jahr im Journalismus und im Verlagswesen gearbeitet, unsere drei Kinder erzogen und fünf Jahre lang die Vorstandsarbeit für einen Waldorfkindergarten mitgestaltet. Seit dem Schuljahr 2009/10 unterrichte ich Englisch, seit dem Schuljahr 2010/11 Englisch und Deutsch in der Oberstufe, außerdem bin ich Klassenbetreuerin der 10. Klasse.

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Waldorflehrer werden.

Meine Hauptmotivation für das Studium an der Alanus Hochschule war der Wunsch, Lehrerin zu werden. Ich war zu dem Zeitpunkt 42 Jahre alt und wollte mich nach der Phase intensiver Arbeit für Kinder und Familie ein Stück weit neu finden. Zu Beginn war ich noch nicht sicher, ob ich an eine Waldorfschule möchte. An der Alanus Hochschule hat mich besonders die waldorf- und reformpädagogische Ausrichtung interessiert, zudem die Bereitschaft einen offenen Dialog zwischen Waldorfpädagogik und Erziehungswissenschaft zu führen. Im Rückblick auf das Studium, nach einem längeren Praktikum an einer Gesamtschule und mittlerweile sechs Jahren Tätigkeit an Waldorfschulen bin ich überzeugt, dass es die richtige Entscheidung war. Ich fühle mich jetzt mehr denn je der Waldorfpädagogik verbunden, die auch offen für neue Inspirationen und Veränderungen ist.

Das Studium hat mich persönlich enorm bereichert. Ich bin auf Menschen Mitstudierende und Dozenten , Themen und Methoden gestoßen, an denen ich wachsen und mich weiterentwickeln konnte. Es gab ein starkes Gemeinschaftsgefühl unter den Masterstudierenden und eine sehr gute Betreuung durch die Dozenten, was sicherlich auch an unserem Kurs lag. Die Mitstudierenden waren hochmotiviert, vielfältig interessiert und offen. Auch die anwendungsorientierte Ausrichtung der meisten Seminare war sehr hilfreich. Besonders wertvoll war für mich die künstlerische Arbeit, die für mich völlig neu war. Im Grunde haben mich aber alle Seminare bereichert. Für meine tägliche Arbeit profitiere ich am meisten von der Eurythmie, der Sprachgestaltung und natürlich der allgemeinen Didaktik sowie der Fachdidaktik. Letztlich zogen sich aber viele Themen, Aspekte oder Ideen durch unterschiedlichste Seminare, gerade auch im Rahmen des Studium Generale, von denen ich sehr viel gelernt habe, was meine Arbeit bzw. mein Leben beeinflusst.

Ich bin wirklich sehr dankbar, dass ich die Möglichkeit hatte, dieses Studium zu absolvieren, es war für mich genau der richtige Ort zur richtigen Zeit. Ich kann das Studium insbesondere Menschen empfehlen, die offen und vielseitig interessiert sind und an einer ernsthaften Auseinandersetzung mit und einer Weiterentwicklung der Waldorfpädagogik interessiert sind.“

 

Im September 2015 beginnt das neue Studienjahr. Es sind noch Plätze frei im Teilzeitstudiengang, der eine Regelstudienzeit von sechs Semestern hat und an Wochenenden und in Blockwochen stattfindet.

Tatjana Fuchs

Weitere Informationen: Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft, Villestraße 3, 53347 Alfter, Tel.: 02222 9321-1500, E-Mail: bildungswissenschaft@alanus.edu, Internet: www.alanus.edu/paedagogik

Foto: Charlotte Fischer