Kräuter im Garten mögen Mensch und Biene

Frische Kräuter vom Balkon oder aus dem Garten erfreuen Nase und Gaumen. Wenn sie blühen, locken sie Bienen und andere Insekten an. In einem naturbelassenen Garten fühlen sich Honig- und Wildbienen besonders wohl.

„Ein Plätzchen für Küchenkräuter findet sich immer. Frisch geerntet bringen sie Aroma und Abwechslung in die Küche. Und sie sehen hübsch aus, wenn man sie in den Sommermonaten den Bienen zuliebe blühen lässt“, so Alexandra Borchard-Becker, Fachreferentin bei der Verbraucher Initiative e. V. Die Blüten bieten Bienen, Hummeln, Schmetterlingen und anderen Insekten Nahrung. Sie fliegen z. B. auf mediterrane Sorten wie Rosmarin, Thymian, Lavendel und Oregano, Teekräuter wie Pfefferminze, Melisse, Fenchel und Salbei, Küchenklassiker wie Dill, Liebstöckel und Majoran sowie Kräuter mit essbaren Blüten wie Borretsch, Ysop, Kapuzinerkresse oder Ringelblumen. Die Pflanzen werden in einen Kübel, Balkonkasten oder direkt ins Beet gesetzt. In den meisten Fällen können sie während oder nach der Blütezeit gegessen werden. Kurz vor der Blüte ist das Aroma am intensivsten, aber auch später haben sie noch Geschmack. Vorsicht ist jedoch bei Petersilie und Waldmeister geboten. Sie sollten nicht mehr verzehrt werden, wenn sie zu blühen beginnen. 

Bienen lieben es natürlich. „Bevorzugen Sie Bio-Kräuter, z. B. von Hofläden oder Öko-Märkten. Zum Selberziehen wird ökologisches Saatgut angeboten“, rät die Fachreferentin. Werden Kräuter zusammen mit Gemüse- oder Obstsorten gepflanzt, können nützliche Nachbarschaften entstehen, die Schädlinge abwehren und Pflanzen gesund erhalten. Umweltbewusste Gärtner verwenden Kompost, Pflanzenjauchen und andere organische Düngemittel, um die Pflanzen mit Nährstoffen zu versorgen und sie zu stärken. Ein Stück Wiese mit Gänseblümchen, Löwenzahn, Hahnenfuß und blühendem Klee versorgt die Bienen mit Nektar und Pollen. Eine ruhige Ecke mit altem Holz und Laubresten sowie Hecken sind als Unterschlupf beliebt. 

Mehr Informationen, wie Garten und Balkon umwelt- und damit bienenfreundlich bewirtschaftet werden können, enthält die Broschüre „Wie Oma gärtnern“. Das 24-seitige Heft der Verbraucher Initiative e. V. gibt Tipps, welche Pflanzen sich vertragen, wie Nützlinge angelockt, Pflanzenjauchen hergestellt und ein Komposthaufen angelegt werden. Es kann für 2,- EUR (plus Versand) unter „www.verbraucher.com“ bestellt oder heruntergeladen werden.

Die VERBRAUCHER INITIATIVE e. V. (Bundesverband)