Soziales Heilen

Was kann mit Kulturentwicklung heute gemeint sein?

Jedem einzelnen Menschen stehen unterschiedliche Wege offen, den Zugang zu den geistigen Quellen zu finden. Diese Erkenntnis kann einen mithilfe eines erfahrenen Dozenten weit entfalten. „Die individuellen und spirituellen Möglichkeiten heutiger Menschen und Organisationen haben sich weiterentwickelt. Empathische Kommunikation, die Einrichtung von rhythmisch verfügbaren Inspirationsräumen und Arbeitsmethoden voller Imaginationen, Inspirationen und Intuitionen können heute in Organisationen gelebt werden. Es ist eine Erfahrung: Eine neue Kollegiums- und Unternehmenskultur ist möglich.“ Der hier zitierte Dirk Kruse erweitert den individuellen Weg um den Blick auf soziale Prozesse und eine Unternehmenskultur, in der der einzelne Mensch in größerer sozialer Wärme und Weite Mensch sein kann und soll. Gerade die Fähigkeit, mit verfeinerter Empathie in Gruppen und Organisationen die Zusammenarbeit zu verbessern, ist ein Ansatz, der auf der Basis des Individuellen zum heilenden Charakter für die Gemeinschaft der Menschen hinführen möchte.

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Dirk Kruse

Ein Ansatz könnte sein, über die Meditation zu neuen Wegen des sozialen Miteinanders zu finden. Aus den Kräften und Wesen von Gruppen und jedes Einzelnen heraus können wir daran arbeiten. Das Ziel ist, zu einer heilsamen spirituellen Organisationsform für Gruppen, Organisationen oder auch Institutionen zu kommen. Aber fangen wir doch beim Individuum an:

Dass die Meditation dem Einzelnen und den Beziehungen der Menschen in der Gesellschaft eine kostbare Quelle sein kann, rückt immer mehr in das Blickfeld. Die Aufmerksamkeit in Seminaren und Medien nimmt zu. Auch junge Menschen sehen darin einen Baustein für ihr Leben: eine von Studenten der Uni Witten/Herdecke fundiert entwickelte Handy- App, nach Vorbildern aus den USA, zeigt dies beispielhaft. Diese Gesamtentwicklung ist für unsere Gesellschaft begrüßenswert.

Wir wollen weiterdenken…

Die Anthoposophische Meditation hat sich schon über mehr als 100 Jahre entwickelt. Anregungen Rudolf Steiners sind sehr facettenreich, wurden von vielen Menschen praktiziert und immer wieder neu und individuell erweitert und vertieft. So vielfältig wie die Menschen, so vielfältig auch die Übung der Meditation. Dieses Geschenk an unser Bewußtsein findet immer mehr Beachtung und Wertschätzung, weil die Lebens und Arbeitswelt immer komplexer wird und einen wachen Geist für kluge Lösungen der sozialen Probleme erfordert. Die Menschen, die ein breites Spektrum der Zugangsmöglichkeiten kennenlernen möchten, seien heute angesprochen.

Die Stufen der Meditation- Imagination, Inspiration und Intuition - können in einem Dreischritt erübt werden. Es geht um eine tiefe Durchdringung, die über das schnelle Kennenlernen hinausgeht. Es geht um das Üben im sozialen Gemeinschaftsfeld. Es geht um den Reichtum des Einzelnen, der in einer Gruppe reflektiert wird und kostbar für den eigenen Weg ist. Es geht um die Frage des individuellen Zugangs zum eigenen Erkennen und Schöpfen. Das Naturumfeld ist integriert in den sozialen Erarbeitungsprozess. Es stellt sich die Frage: welche Tore zu den geistigen Quellen sind meine?

Worum geht es im Konkreten?

In Kommunikation, Moderation, sowie in Entwicklungs- und Leitbildarbeit braucht es geistoffene Räume des gemeinsamen Durchschauens der wesentlichen Kräfte-Flüsse, -Staus und Quellen. Neue, freiatmende Gewohnheiten des Besprechens von Problemen, der Diagnosen- und Heilansatzfindung und des Umsetzens bilden sich schnell, wenn die umfassende Tiefe von bildhaftem Imaginieren, einfühlender Inspiration und einswerdender Intuition erlebt werden.

Dies kann erfahren werden. Und dies kann geübt werden. Durch Üben mit Offenheit und Lebendigkeit geht es tief in unser Bewußtsein. Eine Durchdringung mit diesem neuen Bewußtsein führt zu neuen Gewohnheiten im sozialen Miteinander, die die Menschen füreinander öffnen und miteinander verbinden. Das ist ein heilsamer Prozess, der über das Individuelle hinausgeht. „Soziales Wirken, das bis in die Regenerations- und Transformationsarbeit der anthroposophischen Bewegung und Gesellschaft hineinführen kann. Dann erfüllen diese Meditationsformen immer mehr ihren Sinn in spirituell durchströmten Organisations- und Arbeitsformen mit breiter Kulturwirkung.“(Dirk Kruse)

Die verfeinerten Empathiefähigkeiten heutiger Menschen werden in Gruppen und Organisationen zum Wohl und Wehe der Zusammenarbeit. Schon lange wird von der „Lernenden Organisation“ gesprochen. Übersehen wird noch, dass Soziale Organismen mit ihrem eigenen Gewohnheits-Seelen- und Identitätsleib schon längst einen empathisch-spirituellen Pfad gehen könnten!

Aus den Schätzen der Selbsterkenntnis wollen wir unsere Lebens- und Arbeitswelt zu einem heilsamen Ort machen. In einer Welt mit ihren komplexen Herausforderungen und dem Wunsch zum Verständnis der Menschen miteinander, brauchen wir eine Antwort gebende Kulturentwicklung: Soziales Heilen.

Diesem Thema können Sie sich zuwenden bei den Studientagen „Soziales Heilen“ mit Dirk Kruse, die von Oktober bis Dezember 2015 in Bochum, Kulturhaus OSKAR in Zusammenarbeit mit der Anthroposophischen Gesellschaft angeboten werden. Neue Gewohnheiten im sozialen Miteinander mit unerwarteter Tragweite werden erfahren und geübt. Soziales Wirken, das öffnet, verbindet und heilt.

Birgit Beßler

Fr. 2./Sa. 3. Oktober, Fr. 19.30 - Sa. 18 Uhr, Aus den Kräften und Wesen der Gruppen und jedes Einzelnen heraus arbeiten.

Fr. 13./Sa. 14. November, Fr. 19.30- Sa. 18 Uhr, Imagination, Inspiration und Intuition in verschiedenen sozialen Prozessen.

Fr. 4./Sa. 5. Dezember, Fr. 19.30 - Sa. 18 Uhr, Gruppen und Organisationen auf einem spirituellem Pfad.

Weitere Informationen und Anmeldung: fakt21 Kulturgemeinschaft. E-Mail: fakt21.kulturgemeinschaft@googlemail.com, Tel.-Nr. 0234-3336749

Foto: privat