Organspende

Petition für eine umfassende und ehrliche Aufklärung

Anlässlich des Tages der Organspende 2015 fordert der Bürger- und Patientenverband Gesundheit Aktiv eine umfassendere und ehrlichere Aufklärung über Organspende. Dazu übergibt der Verband heute dem Patientenvertreter der Bundesregierung, Herrn Staatssekretär Karl-Josef Laumann eine Petition, die in den vergangenen Monaten von rund 5000 Bürgerinnen und Bürger gezeichnet wurde.

In der Petition werden gravierende Defizite in den Informationsmaterialien zur Organspende benannt. Gesundheit Aktiv und die Unterzeichner fordern Staatsekretär Laumann auf, sich für einen neuen Ausweis und eine Vereinheitlichung der offiziellen Informationen durch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und Krankenkassen einzusetzen. Dazu erklärt Geschäftsführer Dr. Stefan Schmidt-Troschke: „Die stagnierenden Spenderzahlen der letzten Jahre zeigen: Einseitige Werbekampagnen pro Organspende schaffen kein Vertrauen und schaden damit letztendlich auch den Patienten, die auf Spenderorgane warten. Nur wenn die Transplantationsmedizin auf Transparenz setzt, wird sie dauerhaft Akzeptanz in der Bevölkerung finden. Das heißt konkret: Wir brauchen eine Wende hin zu einer offenen und ehrliche Aufklärung über alle Vorgänge rund um die Organspende, auch über die unschönen Seiten ebenso über Missstände und Fehler. Erst dann können sich die Bürgerinnen und Bürger frei für oder gegen Organspende entscheiden.“

Mängel in der Aufklärung sieht Gesundheit Aktiv vor allem beim Thema Hirntod. Vielen Bürgern ist nach wie vor nicht klar, dass Organe im Zustand des Hirntodes entnommen werden und was sich hinter diesem Zustand verbirgt. Besonders problematisch ist die Gleichsetzung des Hirntodes mit dem Tod des Menschen. Ob es sich bei Hirntoten tatsächlich um Tote handelt oder um Menschen im Sterbeprozess ist eine offene Frage, die auch in der Wissenschaft umstritten ist. So lehnt auch eine Minderheit des Deutschen Ethikrats das Hirntod-Konzept ab. Gesundheit Aktiv fordert daher die verschiedenen Auffassungen darüber, wann ein Mensch tot ist, offen zu thematisieren und auch im Ausweis die Bezeichnung „Tod“ durch die korrekte Formulierung „vollständiges irreversibles Hirnversagen“ zu ersetzen.

Gesundheit Aktiv

Weitere Informationen und Text der Petition: Gesundheit Aktiv, Anthroposophische Heilkunst e.V., Gneisenaustr. 42, 10961 Berlin, Tel. 030- 69568720, E-Mail: presse@gesundheit-aktiv.de. Die Petition wird unterstützt von: Dachverband Anthroposophische Medizin in Deutschland (DAMiD), Aktionsbündnis Transplantation Ethik Menschenwürde (A.T.E.M.), Gesundheitsladen München und dem Initiativkreis Organspende Göttingen.