20 Jahre!

Das Seminar für Waldorfpädagogik Köln im Freien Bildungswerk Rheinland

1995 – die Zeit war reif: das Seminar für Waldorfpädagogik Köln wurde unter der Leitung von Ingeborg Schöttner-Fiedler mit hervorragendem Pioniergeist gegründet.

2015 – unzählige Erfahrungen wurden in diesen 20 Jahren gesammelt und tiefgreifende Menschenbegegnungen haben stattgefunden. Einige unserer regelmäßigen Begleiter und Vortragenden sind uns auch heute noch in lebhafter Erinnerung. Ehemalige TeilnehmerInnen denken immer noch an gemeinsame Seminare u.a. mit Coen van Houten, Frank Teichmann, Dr. Georg Kühlewind, Dr. Christian Schädel und vielen anderen……

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Alle sind aktiv dabei, Abschluss einer Inklusions-Fortbildung mit Henning Köhler

Seit Jahren gibt es jährlich zwei laufende Kurse mit der Fortbildung zur Waldorferzieherin, zum Waldorferzieher. Zwischenzeitlich wurde die U3 Fortbildung integriert. Das dritte Jahr nennen wir „Intervisionsjahr“: die SeminaristInnen erüben das selbständige Reflektieren von Aufgaben und das Erarbeiten der sich entwickelnden Fragen in kleinen Teams. Unterstützt werden sie dabei regelmäßige durch die Seminarleitung.

Zusätzlich zu den Kölner Seminaren wurde 2012 aufgrund der Nachfrage des Kindergartens ein Seminar in Trier eingerichtet, 2014 kam ein Seminar in Krefeld dazu. Seit einigen Jahren trifft sich die Seminarleitung regelmäßig mit einem kleinen Kreis von in Kindergärten tätigen KollegInnen (Zukunftskreis) So ist der Kontakt zur Basis gewährleistet.

Die folgende Aussage Rudolf Steiners rüttelt uns immer wieder wach: Welche Anforderungen werden an PädagogInnen heute in der Begleitung der Kinder und Jugendlichen gestellt?

„Bekannt machen wird man sich immer mehr und mehr müssen damit, dass gerade beim Kind in der Art, wie es denkt und spricht und Gesten macht, nicht voll der innere Mensch äußerlich erschlossen werden kann. Es kommt eben nicht mehr der innere Mensch im Äußeren ganz zum Ausdruck, und am ersten zeigt sich das am Kinde…..denn das Hineinsehen in ein Inneres erfordert ja etwas prophetische Gabe….“ (GA 177 R. Steiner)

Ein großes Anliegen des Seminars ist es „neue Herausforderungen“ wahrzunehmen und zu ergreifen. Aus diesem Grund entwickelten sich die zusätzlichen, im Folgenden aufgezeichneten Seminare:

Seit 1999 - Fortbildung Integration/Inklusion mit Henning Köhler und vielen GastdozentInnen

„Alle Kinder, auch solche mit speziellem Förderbedarf, sollen gemeinsam erzogen und unterrichtet werden. Doch Inklusion darf kein abstraktes Ideal bleiben. Sonst sind eher Verschlechterungen als Verbesserungen zu erwarten. Wir sind gefordert, unsere Erkenntnis- und Liebekräfte zu schulen, um den neuen pädagogischen Herausforderungen gewachsen zu sein“. (Henning Köhler)

Seit 2008 - Fortbildung „Intuitive Pädagogik“ mit Pär Ahlbom, Merete Loevlie, Dieter Schwartz

Die Übungen in dieser Fortbildung „können Erwachsenen helfen, die Aufmerksamkeit auf die eigenen Tätigkeiten zu lenken. Gleichzeitig können sie dazu befähigen, sich auf die tatsächlichen Bedürfnisse der Kinder zu richten: Aufmerksamkeit und Beweglichkeit können so geschult werden, dass auch in schwierigen und überraschenden Situationen kreativ gehandelt werden kann.“ (Pär Ahlbom)

Seit 2012 - Grundlagen der Kleinkindpädagogik nach Emmi Pikler mit Anna Tardos und Kolleginnen

Seit 2014 – die Fortbildungsreihe „Einen Kindergarten leiten“ mit Wolfgang Nährig/trialog und Susanna Steinhausen

Diese Fortbildung wurde von verantwortlichen KindergartenleiterInnen angeregt aufgrund immer mehr in Vordergrund tretender Schwierigkeiten in den sozialen Prozessen mit dem Kollegium, dem Vorstand, dem Elternrat und der Elternschaft.

Seit 2014 – Zusammenarbeit mit der Alanus-Hochschule bezüglich zukünftiger Kooperationen

Wir hoffen, dass die Angebote die TeilnehmerInnen für die vielfältigen Begegnungen mit Kindern und Erwachsenen stärken und ihnen Freude bereiten.

So sind Sie herzlich eingeladen zur Teilnahme an Fortbildungen

Seminar für Waldorfpädagogik

im Freien Bildungswerk Rheinland.

Die nebenstehenden Aussagen von AbsolventInnen verdeutlichen sehr anschaulich, wie unerlässlich ihnen ihre Erfahrungen in diesem Kurs für ihr persönliches und berufliches Leben geworden sind.

Anne Marisch

Foto: Anne Marisch

Weitere Infos finden Sie unter:

www.waldorfseminar-koeln.de

rausch@fbw-rheinland.de

Tel. 0221-9414930

Bericht von Juliane Diekert

„Das Seminar leitet mich an den Wochenenden stets durch „Ah – und Oh – Momente“ -in vielen Situationen rufe ich innerlich aus: „Ja, ja, ja, ja! Genau das ist das, was ich mir für Kinder wünsche.“ Ich nehme also viele Eindrücke, viele Ideen und Ziele mit nach Hause, wenn ich Köln wieder verlasse und fahre beschwingt in die Heimat. Für meine Arbeit im Kindergarten nehme ich unheimlich viel mit. Nach den Wochenenden auch immer wieder einen behutsamen, wahrnehmenden Blick auf die Kinder zu haben, ist es schon wert nach Köln zu fahren. Großartig finde ich, dass wir uns oftmals im Austausch befinden, über Erfahrungen, Probleme und den Umgang mit diesen, aber es nie ein Patentrezept für „solche oder jene Kinder gibt.“ Die Fortbildung „Inklusion“ mit Henning Köhler und weiteren Dozenten ist in meinen Augen auch immer wieder eine Art aufwachen, wieder begreifen, was doch wirklich wichtig für das Kind ist. Bei Henning Köhler und Pär Ahlbom macht sich immer eines ganz deutlich bemerkbar: Alles was sie tun, ist immer nur für das Kind. Und durch ihre Hingabe zu eben diesem Thema ist es auch so einfach „begreifbar“ für jedermann. Was ich letztendlich zum Seminar sage? „Ja, ja, ja, ja! Genau das ist auch das, was ich mir für mich wünsche.“

Bericht von Horst Link

„Die Übungen führen mich spielerisch auf immer neuen Wegen an meine inneren Grenzen. Was und wie mache ich es, wenn etwas neues, Grenzen erweiterndes mir begegnet? Ich erlebe die erlernten Muster meiner Erfahrungen im Fühlen und Denken und mein Umgang damit. Und ich erlebe was nötig ist, um diese Muster zu verlassen. Ich bin feinfühliger zu mir und meinen Mitmenschen geworden. Es entstand aus dem TUN eine feine Grundlage der Empfindung, was ich, was ein Mensch zum werden benötigt“.

Bericht von Jörg Garstka

„Durch die Wochenenden bei Henning Köhler ist mir klar geworden wie umfangreich und komplex die Anthroposophie ist. Der bekannte Satz „Ich weiß, dass ich nichts weiß“ trifft auf mich vollkommen zu. Je mehr ich mich mit der Anthroposophie beschäftige, desto klarer wird mir, dass die sogenannte Waldorfpädagogik nur ein Teil vom Ganzen ist. Die pädagogische Seite kann nicht isoliert betrachtet werden, sondern die Medizin, die Kunst und viele weitere Aspekt sollten hinzugezogen werden. Wer mit den Erwartungen zu den Wochenenden kommt, er bekomme konkrete Ratschläge wie er mit einem einzelnen Kind umzugehen hat, wird enttäuscht.

Henning Köhler vermittelt keine Rezepte und einfache Handlungsweisen. Letzten Endes wird eine Haltung vermittelt, die konsequent auf der Anthroposophie gründet. Ich habe noch keinen Menschen erlebt, der so belesen ist und gleichzeitig seine Vorträge so praxisnah hält. Durch Henning Köhler wurde mir auch deutlich, dass die Anthroposophie, von Rudolf Steiner gegründet, keinesfalls verstaubt und altmodisch sein muss. Anthroposophie heißt, die Ideen und Aussagen von Rudolf Steiner in die heutige Zeit zu übersetzen und stets kritisch zu reflektieren. An den Wochenenden wurden die Vorträge mit künstlerischen, musikalischen Elementen oder Aspekten der Bewegung kombiniert, so dass ich die Anthroposophie ganzheitlich erlebt habe. Es sind viele Inhalte hängen geblieben, von der basalen Sinnespflege über ADHS, „Die Welt ist schön, wahr und gut“, Rubikon, Umgang mit Schulverweigerern und vieles mehr. Was mich aber besonders beeindruckt hat, war der Bildungsbegriff, den Henning Köhler vermittelt hat, sowie der immer positive Blick aufs Kind. Sein Satz „Jede Normierung des Kindes, ist der Untergang der Pädagogik“ zeigt, wie wichtig es ist, dem jetzt vorherrschenden neokapitalistischen Bildungsbegriff, wo es um Messen und Einteilen, um Gewinnen und Verlieren, um Oberflächlichkeiten und Quantitäten geht und nicht die Beziehungen und das einfühlende Verstehen des Kindes im Mittelpunkt stehen, eine anthroposophische Pädagogik mit aller Kraft entgegenzusetzen.

Bericht von Heike Wagener

„Bei der Fortbildung „Intuitive Pädagogik“ mit Pär Ahlbom und den anderen DozentInnen Merete Lövlie und Dieter Schwartz erlebe ich, dass verschiedene Wege zum gleichen Ziel führen. Alle Übungen lassen mich lernen an die eigenen Grenzen zu stoßen, diese aber in einer freien Weise akzeptieren zu lernen. Mir wird nichts übergestülpt. Oftmals erkenne ich, dass meine Gedankenbilder „alt“ sind, daraus entwickelt sich der Wunsch meinen Horizont zu erweitern. Ich werde in den Stunden von allen drei DozentInnen angeregt aus einer „Istsituation“ heraus zu handeln und für das „Eigene“ verantwortlich zu sein. Es gibt keine spektakulären Trainingsübungen. sondern ich erkenne, dass ich aufkommende Konflikte in mir lösen muss. Nicht den anderen, das Gegenüber, kann ich ändern, sondern nur mich. Durch gemeinsame Gespräche und den Austausch mit den anderen Teilnehmerinnen erlebe ich, dass Begegnung „Spaß“ machen kann und Stärkung gibt. Es entwickeln sich manchmal sogar gemeinsam „Visionen“ für die Zukunft – eine Zukunft ohne Bewertung, sondern wo wir den Kindern und uns selbst mit innerer Freude begegnen können.

Mein Akku ist voll, wenn ich wieder nach Hause fahre“.