Nepal: Traumatisierte Kinder benötigen Hilfe!

Nach dem verheerenden Erdbeben in Nepal planen die Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners e.V. eine notfallpädagogische Krisenintervention im Katastrophengebiet. Die Hilfe richtet sich vor allem an traumatisierte Kinder und Jugendliche, die in der Verarbeitung der Katastrophe unterstützt werden.

Das Beben der Stärke 7,9 von Samstag war das schlimmste Erdbeben in Nepal seit 80 Jahren. Die Katastrophenschutzabteilung im nepalesischen Innenministerium spricht zurzeit von über 3200 Toten und 6500 Verletzten. Die Opferzahlen steigen stündlich. Zahlreiche Menschen haben ihr Zuhause und ihr Hab und Gut verloren. Viele sind von der Katastrophe traumatisiert, unregelmäßige Nachbeben und schwere Regenfälle lassen die Menschen nicht zur Ruhe kommen und erschweren die Hilfe.

Der Verlust von Familie und ihrem Zuhause sowie die Konfrontation mit Leid und Zerstörung hinterlassen vor allem bei Kindern psychische Traumatisierungen. Erdbeben sind in besonderem Maße eine psychische Belastung, der sichere Boden unter den Füßen wird buchstäblich entzogen und verwandelt sich in eine Bedrohung.

In Kooperation mit „Aktion Deutschland Hilft“ und dem langjährigen regionalen Partner „Shanti“ einem Leprakrankenhaus mit angeschlossener Waldorfschule in der Hauptstadt Kathmandu planen die Freunde der Erziehungskunst vom 9. bis 23. Mai einen notfallpädagogischen Einsatz. Dabei soll traumatisierten Kindern und Jugendlichen geholfen werden, die Erfahrung der Katastrophe zu verarbeiten, um Traumafolgestörungen vorzubeugen.

Pädagogische Erste Hilfe nach der Katastrophe

Die Notfallpädagogik der Freunde der Erziehungskunst basiert auf waldorfpädagogischen Methoden und verwandten Therapieformen. Ein rhythmisch gestalteter Tagesablauf, geregelte Essens- und Schlafenszeiten, Ruhe- und Aktionsphasen sollen den Kindern und Jugendlichen einen neuen Orientierungsrahmen, Sicherheit und Halt geben. Durch die Anregung der Selbstheilungskräfte der Betroffenen wird der Verarbeitungsprozess gefördert und unterstützt. Mit erlebnispädagogischen Übungen soll das Vertrauen in sich selbst und seine Mitmenschen gestärkt werden. In den kunst- und erlebnispädagogischen Kursen haben betroffene Kinder die Möglichkeit den traumatischen Erlebnissen neue, schöne Erfahrungen entgegenzusetzen. Bewegungs- und Klatschspiele bringen Freude, lösen innere Erstarrungen und unterstützen die körperliche Koordination. Im Rahmen zahlreicher Einsätze weltweit konnte bereits vielen Kindern geholfen werden, ihre traumatischen Erfahrungen zu verarbeiten und sogenannte Trauma-Folgestörungen zu mildern.

Um ihren Einsatz finanzieren zu können, sind die Freunde der Erziehungskunst auf die Unterstützung durch Spenderinnen und Spender angewiesen.

Clara Krug

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für Notfallpädagogik

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