Buchkunst - Ars Herbaria

Der Verlag am Goetheanum setzt auf die Weiterentwicklung der Buchkunst: Nach dem von der Stiftung Buchkunst 2014 als eines von 25 «schönsten Bücher» ausgezeichneten Buch ‹Architektur und Umstülpung› von Paul Schatz hat Wolfram Schildt mit Anna S. Fischer das Buch ‹Ars Herbaria› von Karin Mecozzi gestaltet.

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Karin Mecozzi: Ars Herbaria. Heilpflanzen im Jahreslauf, Verlag am Goetheanum, Dornach 2014, 352 Seiten, 46 EUR.

«Mit den Büchern ‹Architektur und Umstülpung› und ‹Ars Herbaria› setzt der Verlag am Goetheanum ein Zeichen, dass Bücher nicht nur inhaltlich gehaltvoll, sondern auch ästhetisch ansprechend sein sollen», so Anna S. Fischer vom Verlag am Goetheanum. Für dieses Ziel hat der Verlag die Zusammenarbeit mit dem Berliner Grafiker Wolfram Schildt fortgesetzt.

In ihrem Buch ‹Ars Herbaria› lädt die Diplom-Herboristin Karin Mecozzi dazu ein, der Natur als vitalem Lebensbereich zu begegnen. So lassen sich beispielsweise in der gemäßigten Klimazone die Jahreszeiten als ein Ein- und Ausatmungsprozess verstehen. Diesem Rhythmus folgen in ihrem Sprießen, Wachsen, Reifen und Zurückziehen die Heilpflanzen, zu denen Karin Mecozzi auch die Bäume zählt. Aus dem Erleben eines größeren Zusammenhangs mit der Natur entwickelt die Autorin eine praktische Kräuterkunde mit Hinweisen auf ihren Einsatz und wie man sie sammelt, trocknet, verarbeitet und aufbewahrt. Die Wahrnehmungsübungen sind nicht zuletzt Jochen Bockemühl und dem Goetheanismus verpflichtet. 

Für die Inhalte haben Wolfram Schildt und Anna S. Fischer unter einem Gesamtkonzept je eigene Gestaltungslösungen gefunden, sodass Text, Fotos, Grafiken und Tabellen dynamisch ineinander übergehen. Mit diesem ‹bibliophilen Hypertext› verbinden Autorin und Verlag Ästhetik und Anschauung mit Erkenntnis und Anwendung.

Sebastian Jüngel

Fotos: © Verlag am Goetheanum