2.5.

III. Mysteriendrama von Rudolf Steiner

Die Mysteriendramen, die Rudolf Steiner von 1910 - 1913 verfasst hat, sind der Versuch, die Mysterienspiele der alten Kulturen aus dem Bewusstsein unserer Zeit neu zu ergreifen. Mysteriendramen lassen Vorgänge, die sich ständig zwischen irdischem und geistigem Leben ereignen, auf der Bühne sichtbar werden. Deshalb sind irdische Personen, aber auch Wesenseigenschaften von Seelen sowie geistige Wesen zu sehen, die im Menschen wirksam sind.

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Capesius-Benedictus

Rudolf Steiner wählt dafür die Gattung des Drama, denn der Pendelschlag zwischen diesseits und jenseits der Schwelle zur Geistwelt zeigt sich in seelen-dramatischen Vorgängen. Sie kommen in den verschiedenen Dialogen zum Ausdruck. Verstärken sich diese Erlebnisse an der Schwelle zur höheren Welt und gelingt es den jeweiligen Charakteren vor der Geistwelt selbst zu bestehen, wird das Geschehen zu einer Einweihung verdichtet: Die Geheimnisse des Menschen und sein Zusammenhang mit der geistigen Welt (Mysterien) werden auf der Bühne „sichtbar“.

Vier Mysteriendramen hat Rudolf Steiner vollendet, in denen immer wieder Rückblicke in frühere Inkarnationen die jeweiligen Lebenswege erhellen, wodurch sich ein anfängliches Panorama einer karmisch miteinander verbundenen Menschengemeinschaft ergibt. Ein fünftes Drama war in Vorbereitung.

Zugleich sind die Dramen ein keimhafter Anfang und ein zukunftsweisender Weg, geistige Zusammenhänge in lebendiger, konkreter Form zur Darstellung zu bringen. Es ist ein kraftvoller Impuls zur Neubelebung der Theaterwelt, die bisher kaum Notiz von diesen nicht leicht zugänglichen Dramen genommen hat. Immerhin: Dieses „erste Drama der Wiederverkörperung“ ist in den vergangenen einhundert Jahren weltweit von Tausenden Menschen gesehen worden.

Goetheanum Bühne

Mi. 29. April, 20 Uhr, Einführungsvortrag mit Wolfgang Kilthau, Kosten: Spende erbeten. Rudolf Steiner Haus Frankfurt.

Sa. 2. Mai, 11-17.45 Uhr, Aufführung III. Mysteriendrama „Der Hüter der Schwelle” von Rudolf Steiner, Goetheanum Bühne Dornach. Ort: Rudolf Steiner Haus Frankfurt

Foto: © Goetheanum Bühne (Mysteriendrama) / Netzwerk Sprachgestaltung