Erste Waldorfschule richtet Willkommensklasse für Flüchtlinge ein

Die Rudolf Steiner Schule Berlin-Dahlem wird eine Willkommensklasse für Flüchtlingskinder einrichten. Der Beschluss dazu sei von der Gesamtkonferenz der Schule mit großer Mehrheit gefasst worden, erläuterte Geschäftsführer Friedrich Ohlendorf. 

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Positive Erfahrungen mit Flüchtlingskinder.

Auch die anschließende Versammlung der Klassenelternvertreter habe sich für die Einrichtung der Willkommensklasse ausgesprochen. Die Schule werde jetzt dem Senat mitteilen, dass sie „startklar“ sei für die Aufnahme der Flüchtlingskinder. Die Klasse, die nach den Vorgaben des Senats 12-15 Kinder umfassen wird, soll von zwei Lehrkräften betreut werden, eine davon hat eine Ausbildung für Deutsch als Fremdsprache. Wann die Klasse in der Waldorfschule in Berlin-Dahlem genau starten wird, hängt nun von der Zuweisung von Seiten des Senats ab. Die Kosten einer Lehrkraft pro Willkommensklasse werden zum größten Teil vom Senat übernommen. Die Waldorfschulen sind aus der Sicht des Bundes der Freien Waldorfschulen (BdFWS) für die Aufnahme von Flüchtlingskindern gut gerüstet. „Waldorfpädagogik hat sich in vielen Ländern der Welt auch unter schwierigen Bedingungen bewährt“, so Henning Kullak-Ublick vom Vorstand des BdFWS. Sie gehe stets vom Kind aus und trage seinen individuellen Fähigkeiten und Möglichkeiten Rechnung. 

Ziel der Berliner Willkommensklassen, in denen klassenübergreifend unterrichtet wird, ist es, die Flüchtlingskinder so zügig wie möglich, spätestens aber nach einem Jahr, in die regulären Klassen einzugliedern. Eine zweite Möglichkeit für die freien Schulen in Berlin, Flüchtlingskinder aufzunehmen, besteht darin, sie als Gastschüler zu integrieren. Damit hat die Rudolf Steiner Schule in Berlin-Dahlem bereits Erfahrungen gesammelt, da seit den Weihnachtsferien Flüchtlingskinder aus der Sammelunterkunft in der Turnhalle der Freien Universität als Gastschüler in Klassen aufgenommen worden sind. Durch die Verteilung der Familien auf andere Unterkünfte würden die Kinder inzwischen in anderen Schulen unterrichtet, so Geschäftsführer Ohlendorf. Eines der Kinder konnte als regulärer Schüler in die 10. Klasse aufgenommen werden. Die positiven Erfahrungen mit diesen Schülern in den einzelnen Klassen haben zum Votum der Elternvertreter für die Willkommensklasse geführt.

Bund der Freien Waldorfschulen

Foto: Bund der Freien Waldorfschulen