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Ganz nah dran aber nie verletzend

Bewegende filmische Einblicke in das inklusive Tanzprojekt CARMINA

Auch von Vorfreude zehrt man, soviel ist sicher. Wenn das Ersehnte dann Wirklichkeit wird, entsteht Glück. Das gilt auch für den jetzt veröffentlichten Dokumentarfilm „Carmina - Es lebe der Unterschied!“

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Sebastian Heinzel mit dem Schüler Lukas: Die Sichtweise zweier non-professioneller Filmteams aus Schülern und behinderten Menschen wird verwoben mit der des Filmemachers Sebastian Heinzel.

Nur dass hier zum Glück noch vieles mehr hinzukommt: es entstehen wieder die Bilder im Kopf, dieses Glücksgefühl aber auch Erschrecken darüber, wie groß Berührungsängste zwischen den Schülern und behinderten Menschen wirklich sind.

„Carmina - Es lebe der Unterschied!“ dokumentiert ein einzigartiges internationales Tanzprojekt der Christopherus Lebens- und Arbeitsgemeinschaft Laufenmühle: Ein Ensemble bestehend aus Menschen mit und ohne Behinderungen, Real- und Förderschülern, professionellen Tänzern und Laien bringt die Carmina Burana von Carl Orff unter Leitung der renommierten Choreografen Wolfgang Stange, Volker Eisenach und Royston Maldoom auf die Bühne.

Der Dokumentarfilm zeigt die Proben, die Höhe- und die Tiefpunkte aber auch ein Happy End. Gleichzeitig betritt er inhaltlich und formal unbekanntes Terrain: Dass über 300 behinderte und nicht-behinderte Akteure in einem Tanzprojekt miteinander arbeiten, ist in dieser Form neu hier begegnen sich Menschen, die sonst in Parallelwelten leben.

Wird der Förderschüler Lukas ein indisches Adoptivkind seine Berührungsängste vor den „Behinderten“ verlieren? Kann sich der Schulabgänger Ali, der sich zunächst komplett verweigert, überwinden, ein Solo vor über 1.200 Zuschauern zu tanzen?

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Bewegend bis zum Schluss. Augenblicke vor dem Premierenapplaus.

Es bleibt nahezu unvorstellbar, dass aus nur drei Wochen intensiver Probenarbeit eine anspruchsvolle Performance werden soll. Sich zu konzentrieren ist für die Schüler die scheinbar größte Herausforderung. Die behinderten Mittänzer reagieren darauf mit Unverständnis, zunehmend mit Verärgerung, durch die wachsende Verzweiflung sogar mit Tränen. Und für die Choreografen ist es nicht immer einfach, die überschießende Energie der jungen Männer in kreative Bahnen zu lenken. In den Pausen messen sie ihre Kräfte... oder können in „Null-Bock-Phasen“ kaum in Bewegung gesetzt werden.

Zeitweilig kehrt sich das Verhältnis um, denn der behinderte Mensch zeigt nun, wie es geht der sonst Hilfebedürftige wird zum Experten. Ein bereichernder Perspektivenwechsel.

Dabei findet nicht nur der herkömmliche Blick seitens des „Normalen“ auf den „Behinderten“ Eingang in den Film, sondern die Protagonisten selbst filmen das Großprojekt aus ihrer Sicht. Das verspricht ungeahnte, berührende Einblicke in unser Sozialgefüge.

Die dem Dokumentarfilm zugrundeliegenden 80 Stunden Material entstanden hauptsächlich im Juni 2013. Daraus einen berührenden Film mit dem nie abreissenden roten Faden „Inklusion“ zu machen, war ein großes Stück Arbeit für Sebastian Heinzel. Doch es ist gelungen: Er erntete höchstes Lob. „Ich war an vielen Stellen sehr gerührt und an keiner Stelle auch nur ansatzweise gelangweilt“, sagt zum Beispiel der Choreograf Volker Eisenach nach der nicht öffentlichen Vorstellung für alle Projektteilnehmer im November, zu der auch Wolfgang Stange, die Tänzerin Jo Ann Endicott und der Schauspieler Ferdinand Grözinger angereist sind. Dieter Einhäuser, der Vorstand der Christopherus Lebens- und Arbeitsgemeinschaft in der Laufenmühle, findet, dass Sebastian Heinzel einen Film gedreht hat, „der ganz nah an den Projektteilnehmern dran ist, aber nie verletzend wirkt“. Für Gisela Bulant, die Rektorin der Janusz-Korczak-Schule, ist der Film „ein wunderbares Dokument unserer Arbeit“.

Filmemacher und Projektträger bieten gern an, den Dokumentarfilm „Carmina - Es lebe der Unterschied!“ auf Anfrage öffentlich vorzuführen möglicherweise in Anwesenheit des Regisseurs und / oder einzelner Protagonisten.

Der Film ist deutsch/englisch untertitelt. Gesamtspieldauer beider Filme ca. 180 Minuten (inkl. Bonusmaterial)

Daniela Doberschütz/Christopherus Lebens- und Arbeitsgemeinschaft Laufenmühle e.V.

Kontakt und Bestellung: Christopherus Lebens- und Arbeitsgemeinschaft Laufenmühle e.V., Laufenmühle 8, 73642 Welzheim, Telefon: 07182-8007-0, E-Mail: sekretariat@laufenmuehle.de.

www.laufenmuehle.de

Fotos: © Charlotte Fischer