Unerwartete Hilfsbereitschaft

Ratinger Stoffladen überreichte Mützen für an Krebs erkrankte Kinder

Viele bunte Mützen liegen in der Kiste auf dem Krankenhausbett. Doch die kleine Julia sucht nicht lange. Schnell hat sie sich für zwei weiche rosa Mützen mit Ringel- und Sternchenmuster entschieden. Julia hat Krebs und wird im Kinderonkologischen Zentrum im Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke behandelt. Durch die Chemotherapie hat sie ihre Haare verloren. Daher trägt Julia jetzt oft eine Kopfbedeckung, doch so eine große Auswahl wie vor kurzem hatte sie noch nie. Gesammelt wurden die bunten flauschigen Mützen im Stoffladen JoChaLu & ellle GmbH in Ratingen. Rund 500 Stück in drei verschiedenen Größen haben die beiden Geschäftsführerinnen Ann Katrin Kremer-Ritz und Heike Zayonz ins Gemeinschaftskrankenhaus mitgebracht, gespendet von vielen fleißigen Näherinnern.

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Julia freut sich über ihre neue bunte Mütze, gespendet von vielen fleißigen Händen in ganz Deutschland.

Etwa 100 davon bleiben in Herdecke, der Rest wird an Krankenhäuser in ganz Nordrhein-Westfalen verteilt. „Eine Bekannte hat uns von der Klinik-Mützen-Aktion erzählt und wir unterstützen die gute Sache gerne. Auf unserer Homepage www.jochalu-und-ellle.de kann man das Schnittmuster kostenlos herunterladen. Viele kaufen den Stoff für die Mützen bei uns im Laden und bringen die fertigen Teile wieder zu uns zum Verteilen, aber wir haben auch Mützenspender aus der Schweiz, Österreich oder sogar aus Südafrika“, erzählt Heike Zayonz.

Die beiden Geschäftsführerinnen, die seit einem Jahr in ihrem Stoffladen und per Internet auf ihre Aktion aufmerksam machen, sind von der Resonanz ganz begeistert. Sie erhalten jeden Tag Pakete mit Mützen. Oft sind auch kleine Aufmunterungskärtchen von den Spendern dabei. Eine geübte Näherin schafft es, eine Mütze in zehn Minuten zu nähen, Anfänger sitzen auch mal eine Stunde daran, berichtet Ann Katrin Kremer-Ritz. Rund vier Euro kostet das Material. Wichtig ist den beiden Organisatorinnen, dass die Mützen doppelt genäht sind damit keine Nähte auf die empfindliche Kinderköpfe drücken.

Der Leitende Oberarzt und Kinderonkologie im Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke Dr. Tycho Zuzak und die psycho-soziale Mitarbeiterin Monika Krause nahmen die Mützen in Empfang. So schnell wie Julia konnte sich Monika Krause nicht für einer der fast 100 Mützen entscheiden, die in Zukunft die Köpfe von an Krebs erkrankten Kindern im Herdecker Kinderkrebszentrum wärmen und schützend umhüllen sollen.

Michael Weimann

Foto: Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke