Aus der Arbeit in der Zukunftsstiftung Entwicklung

Indien: Das Öl in die Flasche bringen

Professionelles Abfüllen und Etikettieren ermöglichen den Marktzugang

Die Umstellung von Anbauflächen und der Aufbau einer Destillationsanlage sind erfolgt. Nun gilt es, eine professionelle Abfüllanlage für ätherische Öle aufzubauen.

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Palmarosa wächst trotz geringster Wasserversorgung gut. Hier Herr Subash, Mitglied der Produktionsgenossenschaft, und Herr Raja, Berater Karmuhil.

Im Süden Indiens, in Tamil Nadu, liegt die Karmuhil Farm. Karmuhil bedeutet in der Landessprache Tamil „dunkle Regenwolke“. Der Name ist ein Sinnbild für den Wunsch nach lebensspendendem Nass. Das dritte Jahr in Folge ist 2013/14 in dieser Region Indiens der Monsunregen weitgehend aus-geblieben. Die meisten Felder liegen dadurch zumeist vertrocknet und staubig brach.

Seit 2011 wurden hier über 240 Acres sogenanntes Ödland, das durch jahrzehntelangen Monokulturanbau ausgelaugt war, biodynamisch rekultiviert. 201 Kleinbäuerinnen und Kleinbauern sowie 141 Landarbeiterinnen und Landarbeiter wurden in der biodynamischen Umstellung des Landes geschult. Bohrlöcher, zum Teil auch mit transportablen Pumpen ausgestattet, sichern die Bewässerung der Felder. Initiatoren des Gesamtprojektes sind Frau Dr. Rani, Siddha-Medizinerin, und Father Clement. Ihre Intention ist, das Land vieler Kleinbauern in einer Produktionsgenossenschaft zusammenzubringen, die Produkte weiterzuverarbeiten und gemeinsam zu vermarkten.

Die Böden, mit denen als erstes begonnen wurde, sind inzwischen sogar erfolgreich zertifiziert, so dass die Produkte auch international als Bioprodukte, später auch mit dem Siegel Demeter, vermarktet werden können. Zwei Drittel der Gewinne gehen an die Kleinbauern und -bäuerinnen, ein Drittel fließt zurück in die Finanzierung der Arbeit des Gesundheitsnetzwerks Muhil für sogenannte Kastenlose (Projektspiegel Nr. 43).

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Hier wird das Öl destilliert, das zukünftig professionell abgefüllt werden soll.

Aufgrund der Trockenheit der letzten Jahre wurde im größeren Umfang vor allem der Anbau von Kräutern und Heilpflanzen zur Produktion ätherischer Öle betrieben, denn einige dieser Pflanzen kommen mit sehr wenig Wasser aus und bringen dennoch einen guten Ertrag. So zum Beispiel Palmarosa. Die ätherischen Öle werden gerne in Kosmetikprodukten eingesetzt, und der Anbau dieser und ähnlicher Pflanzen erweist sich als äußerst praktikabel.

2013 konnte die Destillationsanlage „Miracle Aroma“ eingeweiht werden. Die ersten laboratorischen Tests verschiedener Ölproben bescheinigten eine herausragende Qualität. Nun soll eine Abfüll- und Etikettieranlage folgen, um den heimischen Markt wie den internationalen fairen Handel beliefern zu können. Eine solche Anlage zum Abfüllen und Etikettieren von Fläschchen mit Inhalten von 100 bis 500 Millilitern kostet 13.192 Euro. Pro beteiligtem Mitglied der Produktionsgenossenschaft sind dies 131 Euro.

Dr. Annette Massmann

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Spendenzweck

Indien: Abfüllanlage

Fotos: Dr. Annette Massmann