ab 23.1.

Eurythmie-Programm: Kontraste

Die Aktualität des schöpferischen Augenblicks

Eurythmie als Zeitkunst scheint selbst in einer zyklischen Entwicklung. Nach einer längeren Phase der Abwesenheit im öffentlichen Kulturleben, taucht sie neuerdings verstärkt wieder als Bühnenkunst auf. Allmählich bildet sich ein gesellschaftliches Bewusstsein, inwieweit die Kulturprobleme der Moderne mit den Lebenskräften des Rhythmischen zu tun haben. Jeder Mensch steht inzwischen ganz konkret in seinem Alltag vor der Frage, wie das Kunstwerk des >guten Rhythmus< zu leisten ist. Auch das kosmische Geschehen Klimawandel, Wetterveränderung erinnert uns aktuell nachdrücklich an seine rhythmische Natur. Sie zeichnet sich als Zeitgestalt im Räumlichen ab; das Zusammenspiel der Kräfte des Lebendigen. Dieses Geschehen in seiner Ganzheit zu erfassen, brauchen wir einen Sinn für Rhythmik. Individuelle Phantasie, um die Harmonie des Kosmos als Schwingungsprozess zu verstehen. Was könnte für diese Einübung ins Imaginative besser geeignet sein als eine Eurythmievorstellung?

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Kontraste - Klanggeste.

Eine Premiere der besonderen Art erwartet das Publikum im Januar 2015. Das Musikkollegium Winterthur, Musikalische Leitung Ruben Dubrovsky, in einer Koproduktion mit dem Eurythmeum Stuttgart, Künstlerische Leitung für das eigens gegründete Projektensemble, Carina Schmid und Benedikt Zweifel. Der Schweizer Impresario Thaddäus Heil hat in langjähriger Vorbereitung diesen außergewöhnlichen Theaterabend ermöglicht. Das Programm KONTRASTE, KlangGeste, entwirft eine hochaktuelle Zeitgestalt im Dialog musikalischer Stimmungen. Von Richard Wagner, dem letzten Gesamtkünstler, der aus kosmischer Fülle schöpfte, bis zum zeitgenössischen Werk (2011), des argentinischen Komponisten Oscar Strasnoy. Ein meditativer Zyklus von Anton Webern, der musikalisch als Wegbereiter der Moderne gilt, konfrontiert uns mit der Mitte des letzten Jahrhunderts. Nach dem Zweiten Weltkrieg, als die Zukunft in der Bewältigung der Vergangenheit erschien. Diese offene Kulturfrage: wie gehen wir mit den Folgen vergangener Handlungen um? So dass sie ins Schöpferische führen. Das macht unsere aktuelle WeltProblematik aus. In der Tragischen Sinfonie von Franz Schubert wird urbildlich erfahrbar wie sich Wandlung vollzieht, vom persönlich erlittenen Leid ins Freie der Gestaltungskräfte. Diese Perspektive des Karma einnehmen zu können, wird überlebenswichtig.

Ute Hallaschka

Fr. 30. Januar 2015, Kontraste, Eurythmie. Ort: Jahrhunderthalle in Frankfurt. Weitere Termine: 23. Januar Karlsruhe, 24. Januar am Goetheanum in Dornach, 31. Januar in Stuttgart. Weitere Informationen und Veranstalter: E-Mail: office@art-impresario.com

Foto: © Mai Yorita