Der Erde den Hof machen

40-jähriges Jubiläum: Landbauschule Dottenfelderhof e.V.

 „Höfe und Möglichkeiten gibt es genug, was es braucht sind fähige Leute“, lautet ein Motto der Landbauschule Dottenfelderhof e.V.. Von diesem Motto animiert bilden die aus der Praxis und Wissenschaft stammenden Dozenten der Landbauschule bereits berufserfahrene Landwirte, Gärtner und Agrarverbundene zur Fachkraft für den biologisch-dynamischen Landbau weiter. Diese Fortbildung dauert ein Jahr, ihr Abschluss ist staatlich anerkannt.

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Die Gemeinschaft trägt den Hof und bietet den Landbauschülern eine praxisorientierte Basis

Im 40. Jubiläumsjahr der Landbauschule ist auch der aus Spenden finanzierte Schulerweiterungsbau fertiggestellt worden. Das waren gute Gründe, um am Donnerstag, den 18. September, ein großes Fest auf dem Dottenfelderhof zu feiern.

Unter dem Tiefblau des Septemberhimmels eröffneten vier Waldhornspielerinnen den Festakt. Für die Hessische Landesregierung begrüßte Frau Staatssekretärin Dr. Beatrix Tappeser die Gäste. „Das, was Sie hier leisten mit der Aus- und Weiterbildung junger Landwirtinnen und Landwirte, ist ein ganz wesentlicher Beitrag“, so Tappeser in Ihrer Rede. Für den geschäftsführenden Vorstand der Software AG Stiftung, Hauptförderer der Landbauschule, richtete sich Prof. Dr. Horst Philipp Bauer mit seinem Grußwort, gefolgt von Martin von Mackensen, dem Schulleiter, an die Freunde und Förderer der Landbauschule und des Biolandbaus.

Die wachsende Bedeutung des biologisch-dynamischen und ökologischen Landbaus, mit dem Augenmerk auf Biodiversität, auf das Tierwohl und einen gesunden Umgang mit unseren Böden, bildete die Essenz der vorgetragenen Grußworte. Bauer betonte dabei, dass das Besondere der Landbauschule die vollständige Integration in den laufenden Betrieb des Dottenfelderhofes sei. Auf dem Stundenplan stehen neben den Grundladen der anthroposophischen Landwirtschaft die künstlerische Auseinandersetzung mit der Natur und das genaue Beobachten. Eine weitere wichtige Aufgabe der Landbauschule, so Bauer, erfülle die Abteilung Forschung und Züchtung unter der Leitung von Prof. Dr. Hartmut Spieß.

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Dottenfelderhof-Pionier Dr. Manfred Klett während des Unterrichts

Nach dem Festakt und dem Mittagsmenü aus hofeigenen Produkten wurden den Gästen „Gruppen am Nachmittag“ angeboten. Sie wurden mitgenommen zu Diskussionen und Arbeitsgruppen über neue Wege in der Gemüsezüchtung, den biologisch-dynamischen Obstbau, die Entwicklung langfristiger Bodenfruchtbarkeit, die Vorstellung des Schulbauernhofes oder wesensgemäße Hühnerhaltung. Die Pioniere des Dottenfelderhofes Ebba Bauer und Dr. Manfred Klett berichteten über ihre Gründerimpulse in den späten 1960ern.

Herzliche Glückwünsche zum Jubiläum der Landbauschule, so ließ es sich in der Festschrift lesen, kamen u.a. vom Hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier (CDU), Landwirtschaftsministerin Priska Hinz (Grüne) und Kultusminister Alexander Lorz (CDU). Sie betonten in ihren Grußworten die Wichtigkeit der Arbeit, die die Landbauschule leiste, nämlich das Wissen um die ökologische Landwirtschaft an viele engagierte Menschen weiterzugeben denn dieser Nachwuchs werde dringend benötigt.

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Frau Staatssekretärin Dr. Beatrix Tappeser

In den vergangenen 40 Jahren hat die Landbauschule hunderte von Absolventen in die biologisch-dynamische Landwirtschaft entlassen. Und obwohl die Lehrsprache der anthroposophisch orientierten Schule Deutsch ist, kommen die Studenten gar aus Brasilien, Kanada, Georgien und vielen weiteren Ländern.

In einem für die Feierlichkeiten gedrehten Film antwortet die Absolventin der Landbauschule und Verantwortliche für die muttergebundene Kälberaufzucht auf dem Dottenfelderhof Lilja Sidora: „Was ich der Landbauschule wünsche? Natürlich eine rege Nachfrage und weiterhin so engagierte Dozenten. Aber viel mehr wünsche ich unserer Landwirtschaft viele viele Landbauschüler!“

Margarethe Hinterlang

 

Fotos: © Guy Sidora