Klein, krumm, hässlich? Lecker!

Krumme Gurken, kleine Äpfel, wulstige Kartoffeln was nicht wie im Bilderbuch aussieht, gelangt bisher kaum in den Handel. Einige Handelsketten setzen jetzt bewusst auch die Früchte und Gemüse in Szene, die anders gewachsen sind. Die Verbraucher Initiative e. V. begrüßt diesen Schritt als Beitrag zu mehr Wertschätzung für Lebensmittel.

Die Qualität von Obst und Gemüse wird im Handel noch immer vor allem nach ihrem Aussehen beurteilt. Die Folge: Ein erheblicher Teil der hierzulande angebauten Früchte und Gemüse findet nie den Weg zum Verbraucher: Zu klein, eigenwillig verwachsen oder seltsam gefärbt fällt es aus den üblichen Normen und wird nicht in die Supermärkte geliefert, sondern untergepflügt, zu Tierfutter verarbeitet oder kompostiert. „Das ist ökologisch und ökonomisch unsinnig und läuft zudem den Alltagserfahrungen vieler Verbraucher zuwider. Sie wissen sehr genau, dass Geschmack, Knackigkeit und Aroma mehr zählen als das Aussehen“, meint die Verbraucher Initiative.

Einige große Handelsketten wie EDEKA oder REWE nehmen nun bewusst Obst und Gemüse ins Sortiment, das äußerlich aus der vermeintlichten - Norm fällt. „Natürlich gewachsene Früchte statt Obst-Modells sind ein starkes Signal für mehr Nachhaltigkeit und eine Chance für die Verbraucher. Sie haben nun die Möglichkeit, bei Ihrer Wahl aktiv auf die inneren Werte zu setzen“, ermuntert die Diplom-Oecotrophologin. Wenn das Experiment glückt, wäre das ein wirksamer Beitrag gegen die unsinnige Vernichtung von Lebensmitteln, würde den Bauern ein höheres Einkommen verschaffen und zeigte echte Wertschätzung für das, was die Natur uns an Genuss liefert.

Laura Gross

Erschienen in: Verbraucher konkret Nr. 4/2013, Verbraucher Initiative e.V., www.verbraucher.org

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„Natürlich gewachsene Früchte statt Obst-Modells sind ein starkes Signal für mehr Nachhaltigkeit und eine Chance für die Verbraucher...“