16. u. 17.10.

Tournee 2014: Frieden

 

Über das Trio Dan

Wer die drei jungen Musiker des Brüder-Ensembles „Trio Dan“ hört, erlebt eine Frische und einen Mut, wie man sie sonst auf Kammermusikwettbewerben und Festivals kennt. Aus jedem Takt sprudelt die Lust am Entdecken, die drei fordern sich gegenseitig heraus, spielen sich Motive wie Bälle zu und steigern so jedes Konzert zu einem einzigartigen Monument, als wäre jedes Mal das erste Mal.

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Trio Dan

Wer sie so jugendlich lustvoll spielen hört, merkt erst auf den zweiten Blick, dass das Trio Dan bereits im achtzehnten Jahr auf Tournee ist. Seit ihrer Gründung 1996 haben sie jedes Jahr ein neues Programm und eine neue Geschichte dazu auf die Bühne gebracht. In vielen hundert Konzerten wuchsen sie als Ensemble zusammen und sammelten Erfahrung in der Arbeit mit Zuhörern aller Art: ob Grundschüler, Abiturklassen, Studentengruppen, Improvisation mit Erwachsenen, geschulte Kammermusikliebhaber, oder auch Menschen mit Behinderungen, Patienten, Altenheimbewohner: allen Menschen vermitteln sie mit Leidenschaft die heilbringende Kraft der Musik.

Die drei Musiker, Aaron Dan, Flöte, Theo Dan, Violine und Michael Dan, Klavier, sind drei Söhne einer bekannten Musikerfamilie aus Klausenburg/Rumänien. Alle drei studierten Musik an der Universität der Künste in Berlin und zogen dann von dort aus weiter, um als Kammermusiker in verschiedenen Ensembles aufzutreten. So ist jede Konzertreise des Trios eine logische Schlussfolgerung nach einem Jahr Suche und individueller Arbeit.

Es ist nicht nur die Freude am Zusammenspiel, die sie antreibt, sondern vor Allem die Lust, Menschen an ihrer musikalischen Leidenschaft teilhaben zu lassen.

In den letzten Jahren fassten sie Konzertprogramme in Themen zusammen, wie „Heimat“, „Freiheit. Führen und folgen“, „Fantasie und Vision“. Ihre nächste Tournee, die im Oktober 2014 in Deutschland stattfindet, wird den Titel „Frieden“ tragen.

Tournee-Thema: Frieden

So verschieden die Völker auch sein mögen, in ihrer Musik sind sich alle einig: Musik ist die unmissverständliche Sprache der Seele, sie drückt aus, was mit Worten nicht gesagt werden kann. Würde man mit den vermeintlichen Feinden musizieren und ihrem Volksgesang lauschen, hätte man womöglich keine Feinde mehr. Denn wenn man ihre Worte auch nicht versteht, die Musik dafür umso mehr. Sie kennt keine Grenzen und der Klang berührt immer tief in der Seele, dort, wo die Musik beheimatet ist.

Zum Programm

Die Programmfolge des Konzerts ist eine dreifache Gegenüberstellung. Einmal erklingen Werke zweier großen Meister der deutschen und französischen Kammermusik: Georg Philipp Telemann (1681-1767): Zusammenstellung aus „Tafelmusik“, sowie Jean Philippe Rameau (1683-1764): Kammermusik aus dem Balett „Les Boreades“. Die Stücke strotzen vor Stolz Selbstbewusstsein, doch waren sie auch zur Verherrlichung eines Fürsten oder Königs geschrieben, sie beinhalten die gleiche Lebenslust und Spielfreude, und sind sie auch in einigen Details verschieden, im Kern und in ihrer Botschaft sind sie gleich.

Mehrere Meister der Romantik sollen die zweite Gegenüberstellung bilden: zur gleichen Zeit, als Individualität und Nationalismus zu Überlegenheit, Prunk und Hohn antrieb, komponierte man hoch virtuose Musik, die trotz allem Nationalstolz oder gerade wegen diesem europaweit die gleiche Sprache spricht. Denn, sei sie russisch, deutsch oder italienisch, in ihrer Art, Klänge zu Konsonanzen und Akkordfolgen zu sinnvollen Strukturen zu bilden, bedienen sich alle demselben Material. In virtuosen Soli, einem Parade-Duo für Violine und Flöte sowie schwelgerischer Konzertstücke der Romantik werden diverse Aspekte der Musik des 19. Jh. dargestellt. (Philippe Gaubert: Medailles Antiques, Carl Hillmann: Legende Op. 50, Bernhard Molique: Grand Duo Concertant, u.a.)

Die letzte Gegenüberstellung versucht eine zeitgemäße Botschaft zu überbringen: eine Reihe inniger, intimer Volkslieder aus dem europäischem Raum, so verschieden wie nur möglich zusammengestellt, sollen uns helfen, einen Einblick in die Seelensprache der Völker unseres vereinten Europas zu gewinnen. Denn seien auch diese individuell und fern voneinander entstanden, werden auch diese im Kern die gleiche Botschaft tragen: die Sehnsucht nach Spannung und Entspannung, nach Atmen, nach Anfang, Ende und Wiederbeginn. Hier erklingen Kompositionen und Volksliedbearbeitungen von Zoltán Kodály, Komitas Vardapet, Aaron Dan, u.a.

Aaron Danaaron

Kammermusik-Abend des Trio Dan   „Frieden: den Anderen aus seiner Musik verstehen!“.

Do. 16. Oktober, 20 Uhr, Ort: Gemeindehaus der Christengemeinschaft, Morgensternweg 1, Darmstadt.

Fr. 17. Oktober, 20 Uhr, Ort: Anthroposophisches Zentrum Kassel

Foto: © Aaron Danaaron