+c9-1-Logo.psd20 Jahre Waldorfkindergarten Holzkirchen

 

„Die Ansprüche der Kinder haben sich in den vergangenen zwanzig Jahren grundlegend verändert.“ Carola Kodlin leitet den Holzkirchner Waldorfkindergarten seit 2006 und geht mit ihrem achtköpfigen Pädagogenteam auch auf die veränderten Bedürfnisse der Kinder ein. Jetzt feierte die Einrichtung ihr 20-jähriges Bestehen mit einem großen Straßenfest.

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Kinderbetreuung im Waldorfkindergarten Holzkirchen

In Holzkirchen gibt es seit zwanzig Jahren einen Waldorfkindergarten, der mit seiner Pädagogik aktueller denn je ist. „An der Pädagogik hat sich in den zwanzig Jahren wenig geändert. Die Kinder haben sich verändert und wir haben unsere Arbeit auf die Kinder eingestellt“, erklärt Carola Kodlin, Leiterin des Kindergartens. Früher habe man Reigen über drei bis vier Wochen zelebriert und die Kinder haben sich Tag für Tag darauf gefreut. „Heute müssen wir neue Aspekte einfügen, oder nach zwei Wochen etwas neues beginnen, die Kinder fordern das“, so die Sozialpädagogin. Die Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren entwickeln sich schneller, als noch vor zwanzig Jahren. „Wir sind mit Hilfe der Waldorfpädagogik in der Lage, der Schnelllebigkeit mit all ihren Überreizungen entgegen zu wirken.“ Im Kindergarten in der Wallbergstraße werden momentan rund 50 Kinder von acht Pädagogen betreut.

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20-Jahr-Feier Waldorfkindergarten Holzkirchen: Kinder, Eltern, Erzieher von heute und auch Ehemalige waren eingeladen.

Ein großer Unterschied zu anderen Kindergärten sind die vielen Naturspielsachen. „Ein Bauklotz aus Holz kann beim Spielen zu einem Tier oder einem Schloss werden. Wichtig ist uns, dass die Kinder ihre Phantasiekräfte entdecken und diese ausleben können“, wünscht sich Kodlin. Aber auch die vielen Stunden in der Natur seien für die Kinder etwas Besonderes. Nach Rudolf Steiner sollen die Kinder die Natur nicht einfach nur begreifen, sie sollen die Natur lieben lernen, nur so kann sie ausreichend geschützt werden. „Wir gehen viel an den Kogel oder in den Wald hinter dem Flinsbachspielplatz. Das genießen nicht nur die Kinder,“ so Kodlin weiter. Auch die Pädagogen begeistern sich für das große Interesse der Kinder an der Natur. „Es ist einfach erstaunlich, was man alles entdecken kann, wenn man nur genau hinsieht“, weiß die Waldorfpädagogin.

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Waldorfkindergarten Holzkirchen

Kodlin ist auch Kunsttherapeutin und freut sich besonders auf die Aquarellmalstunden. „An den Bildern kann ich die Entwicklung der Kinder besonders gut erkennen. Bilder sprechen eine ganz eigene Sprache.“ Ein weiterer wichtiger Aspekt der Pädagogik sei der Rhythmus. Jeder Tag, jede Woche und jedes Jahr wird mit immer wiederkehrenden Inhalten gefüllt. Gibt es montags Gemüsesuppe, wissen die Kinder, dass an diesem Tag auch mit Aquarellfarbe gemalt wird. „Das gibt allen hier eine große Sicherheit und sorgt für eine angenehme Ruhe innerhalb der Gruppen“, freut sich Kodlin. Momentan besteht die Einrichtung aus zwei Gruppen für die Kindergartenkinder. Die Apfelbaum- und die Regenbogengruppe. Im Souterrain gibt es noch eine Spielgruppe für Zweijährige, die Wurzelzwerge, die in einer abgespeckten Version schon den Rhythmus und Ablauf des Kindergartens erleben können.

Jetzt platzt der Kindergarten aus allen Nähten und Kodlin ist gemeinsam mit dem Vorstand der Einrichtung auf der Suche nach einer neuen Unterkunft. „Wir sind auch ein integrativer Kindergarten und benötigen mehr Platz, um gerade behinderten Kindern noch gerechter zu werden.“ Eines ist sicher, der Kindergarten ist aus Holzkirchen nicht mehr wegzudenken. Er trägt zur großen Vielfalt in der Marktgemeinde bei. „Er besetzt eine Nische, eine Pädagogik die nur dort angeboten wird. Das ist uns wichtig. Der Kindergarten ist uns ein sehr angenehmer Partner“, bekräftigt Holzkirchens Bürgermeister Olaf von Löwis. Zur großen Feier kamen nicht nur jetzige Eltern und Kinder, auch viele ehemalige Familien und Pädagogen kamen, um das runde Jubiläum zu feiern.

Kathrin Suda

Fotos: © David Schimm