Bewegt durch Zeit und Raum

Am Freitag den 13. und Samstag den 14. Juni 2014 brachte die 11. Klasse der Freien Waldorfschule Sankt Augustin ihr Theaterprojekt „Das Nudelparadoxon  Konsequent-aldent in der Experimentierküche“ auf die Bühne.

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Zeitsprünge und Tanzeinlagen.

„Eine gute Spaghetti ist ein Meisterwerk. Die braucht Liebe und Sorgfalt und Zeit.“ Madame Margaux, gespielt von Frauke Weber, nahm als Küchenchefin eine zentrale, tragende Rolle im Stück ein und brillierte mit einem nahezu perfekten französischen Akzent. Gut zwei Stunden führten die Schüler das Publikum durch Parallelwelten inklusive Zeitsprüngen, Raum- und Zeitreisen und durch Paralleluniversen. Die Handlung des Stücks haben sie mit Hilfe von Regisseurin Andrea Lucas, theater monteure Köln, entwickelt.  Solo-Tanzeinlagen wie die der traurigen Köchin - getanzt von Rebecca Borowieck - sorgten ebenso für Unterhaltung wie breitbeinige Space-Cowboys und ein besessener Professor mit misslungenen Experimenten. Dazu gab es gleich zwei Liebesgeschichten, es wurde live gekocht und duftete im Saal nach Zwiebeln…

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Es wurde live gekocht auf der Bühne.

Mit der „Zeit“ als zentralem Thema hatten die Akteure Gelegenheit, ihre Gedanken- und Gefühlswelten und eigene Spielideen einzubringen. Lucas griff auch (Pausen-)Gespräche als spontane Impulse auf und baute sie ins Stück ein. Frauke Weber: „Sie hat alles aufgesaugt wie ein Riesen-Staubsauger und sich davon inspirieren lassen.“ Gleich einen ganzen Fragenkatalog sollten die Schüler am Anfang der Produktionszeit bearbeiten. Antworten auf Fragen wie „Glaubst Du an Zufälle?“ oder „Was passiert in Deinem Zimmer, wenn Du schläfst?“ dienten als Hilfen für die Entwicklung der Storyline und machten das Stück lebendig. Vincent Konnow zum Beispiel, der zur Aufgabe „Schreibe einen Nonsenstext mit Fachbegriffen der Raumfahrt und Quantenphysik“ die Rede eines Mannes zu einer bestimmten Theorie schrieb, fand sich im Stück in der Rolle des Professors wieder.

Die Schüler konnten ihre Stärken und Interessen in das Theaterprojekt einbringen. Hobbys wie Ballett und Capoeira sprachen für Tanzeinlagen. Unterstützt hat sie hierbei die Tänzerin Judith Nüßler aus dem Ensemble des theater monteure. Der Schüler Johann Schütte sieht es so: „Wir waren viel zu unruhig: da war klar, wir brauchen Bewegung auf der Bühne.“

„Es geht hier mehr als um Essen, es geht um geniessön.“ Am Ende des Stücks essen die Darsteller die frisch zubereiteten Spaghetti mit Sauce und „geniessön“ den verdienten Applaus des Publikums.

S. Lannert

 

Fotos: S. Lannert