Biography and Movement

Rückblick - Symposium für Eurythmie in sozialen Arbeitsfeldern

Es war ein sehr lehrreiches, zuweilen heiteres und immer eindrückliches Symposium, das am Wochenende vom 9. bis 11. Mai 2014 auf Campus I der Alanus Hochschule in Alfter stattfand. „Wir bieten eine Plattform der Begegnung und Vernetzung mit Kollegen der eigenen, verwandter und anderer Fachrichtungen. Sie dient der Entwicklung des sozialen Berufsfeldes, der Darstellung von Forschung und der gemeinsamen Praxis und Reflektion sowohl fachlicher, wie methodischer und philosophisch-ästhetischer Fragestellungen“, so Prof. Andrea Heidekorn, die die Veranstaltung initiiert hatte, in ihrer Eröffnungsrede.

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Eva Maria Koch: Geschlagene - Weg! - Eintreten

Der Schwerpunkt des Symposiums lag auf dem Zusammenspiel zwischen Biografie und künstlerischem Prozess und auf dem von der US-amerikanischen Tänzerin Anna Halprin entwickelten Tamalpa Live/Art Process (Lebens/Kunst Prozess).

Diese Methode kombiniert in einzigartiger Weise die Mittel aus Tanz, bildender Kunst und kreativem Schreiben, Sprache und ist innerhalb der Tanz-, Kunst-, Bewegungs-, und Ausdrucksarbeit eine international anerkannte Methode.

In einem ersten Vortrag gab Daria Halprin, die Tochter der Begründerin Anna Halprin, eine theoretische Einführung in die Methode des Life/Art Process und in die Arbeit mit dem BodyMindSystem. Philosophisch-anthroposophische Hintergründe und Impulse führte Dr. Wolf-Ulrich Klünker, Vorstandsmitglied der Anthroposophischen Gesellschaft Deutschland, mit dem Vortrag „Die Empfindung des Schicksals“ ein. Abgerundet wurde der Abend mit einer ergreifenden Aufführung der Gaianna-Gruppe Eurythmie über 50.

Der zweite Tag stand ganz im Zeichen der praktischen Erfahrung: Workshops für professionelle Eurythmisten, für Tänzer anderer Richtungen und für fachfremde Interessierte, gaben Einblicke sowohl in die Eurythmie, als auch in den Life/Art Process und verdeutlichten die Möglichkeiten Methoden und Techniken zu integrieren.

Wie an jedem der Tage bot das Plenum am Ende des Arbeitstages eine Plattform zum Austausch, zur Diskussion und für Nachfragen. Ein weiterer Höhepunkt war das abendliche Mosaik aus verschiedenen Performances, unter anderem von Hans Wagenmann (Eurythmie), Eva-Maria Koch (Eurythmie/Life/Art Process), Elisabeth Wille (Life/Art Process) und Melaine MacDonald (Eurythmie).

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Gaianna - Eurythmieprojekt für Menschen über 50

Den Einstieg in den letzten Tag bot ein Vortrag von Prof. Gabriele Oberreuter „Biografie und Kunst“. Sie vermittelte den Zuhörern Einblicke in die Arbeit der Künstlerin Louise Bourgeois, die in besonderer Weise biografische Erlebnisse mit ihren Kunstwerken thematisierte. Mit einer praktischen Einheit, angeleitet von dem Eurythmisten und Lyriker Hans Wagenmann rundete sich das Symposium. Er sensibilisierte die Teilnehmer für zentrale Themen der Eurythmie: für Raumbezüge, Beziehungen und die Eigenschaften und Qualitäten der Sprache.

Nach dem offiziellen Ende des Symposiums, einem künstlerisch gestalteten Plenum, waren alle Teilnehmer eingeladen, nachmittags an einem gemeinsamen Planetary Dance teilzunehmen.

„Ich habe das Symposium genossen und fühle mich durch den reichen Dialog sehr inspiriert. Er stärkt den gegenwärtigen Austausch und stellt die Weichen für eine zukünftige Zusammenarbeit“ so die Leiterin des Tamalpa Institutes in den USA, Rosario Sammartino.

Auch die Veranstalterin, Andrea Heidekorn, wertet das Wochenende als einen vollen Erfolg und gibt schon einen Ausblick auf das nächste Symposium für Eurythmie in Sozialen Arbeitsfeldern: Es wird das Thema haben „Im Mittelpunkt der teilhabende Mensch“ und im Mai 2015 an der Alanus Hochschule Alfter stattfinden.

Bastian Böhm

Weitere Informationen: Symposium für Eurythmie in Sozialen Arbeitsfeldern, Tel. : 02222-93211274.

Foto: © Neil Baynes