Buchtipp

Architektur und Umstülpung

Eines der schönsten Bücher

Die Stiftung Buchkunst wählte aus 803 eingesandten Titeln die 25 schönsten deutschen Bücher des Jahres aus, darunter das Buch ‹Architektur und Umstülpung› von Paul Schatz aus dem Verlag am Goetheanum, herausgegeben von Matthias Mochner und gestaltet von Wolfram Schildt.

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Unter den 25 schönsten deutschen Bücher: Architektur und Umstülpung von Paul Schatz aus dem Goetheanum Verlag.

Je fünf Bücher werden aus verschiedenen Kategorien ausgewählt. Das Buch ‹Architektur und Umstülpung› ist eines aus der Kategorie ‹Wissenschaftliche Bücher, Schulbücher, Lehrbücher›. Weitere Kategorien sind ‹Allgemeine Literatur›, ‹Ratgeber, Sachbücher›, ‹Kunstbücher, Fotobücher, Ausstellungskataloge› und ‹Kinderbücher, Jugendbücher›. Aus diesen 25 ‹schönsten Büchern› wird das schönste Buch ausgewählt; es bekommt den mit 10000 Euro dotierten Preis der Stiftung Buchkunst, der am 4. September verliehen wird.

Im Gutachten stellt die Jury unter anderem fest: «Das große Format, das schwere, feine Papier, glasklarer Druck, sehr gute Aufschlagbarkeit lassen den Anspruch der Publikation an Wert und Zeitlosigkeit erkennen.» Beeindruckt haben auch Details der Gestaltung: «Das hellblaue Einbandgewebe zusammen mit dem strahlend blauen Kapital- und Zeichenband hebt den Band in Sphären der Luftigkeit.» Gleichzeitig weist das Buch eine gute Lesbarkeit auf: «Die Mischung von Grund- und Auszeichnungstype passt perfekt, denn die Wahl fiel auf eine Schrift, die in zweierlei Gestalten existiert mit Serifen und als Serifenlose. Der gravitätische, aber lichte Satzspiegel wird sparsam aufgelockert durch verschiedene Bildformate […].» Gesamteinschätzung: «eine in allen Belangen wachsame Studienausgabe».

Matthias Mochner erschließt in seinem Buch Dokumente, in denen Paul Schatz die Idee der Umstülpung darstellt und auf die Architektur anwendet. Im organisch-dynamischen Raumbewusstsein wird die fixe Raumvorstellung aufgelöst: Der Raum erstarrt nicht zur Form, die Umstülpung wird zum Schlüssel für ein Verständnis des Lebendigen in der Architektur. Das Buch bietet zudem Einblick in das Werk eines als Astronom, Bildhauer, Maschinenbauer und Mathematiker Tätigen mit originärem, anthroposophischem Forschungsansatz.

Sebastian Jüngel