„Springs of hope“

Straßenkinderprojekt in Kenia

Als Almut Slezak und Magdalena Pfirrmann 2012 nach Kenia reisten, um ihr Projektpraktikum, das sie im Rahmen ihrer Ausbildung zur Sozialassistentin am Rudolf Steiner Institut in Kassel absolvierten, ahnten sie noch nicht, was aus ihrem Plan Straßenkindern in Kenia zu helfen und ihnen zu einem menschenwürdigeren Leben zu verhelfen, werden würde. Kinder, die in Kenia auf der Straße leben, werden von ihren Mitmenschen als schmutzige Diebe bezeichnet, haben keine Schulbildung und es gibt niemanden, der sich um sie kümmert, da sie oft ihre Eltern verloren haben. Sie sind bedroht von Vergewaltigungen, nehmen Drogen und leiden Hunger.

+A6_4 foto 1 -neu-springs_of_hope_Mombasa_Kenia_8.psd

Zwei von ihnen wurden von einem Priester entdeckt und nach langen Jahren von der Straße geholt. Dennis und Martin bekamen eine Schulausbildung und ein Zuhause. Die Brüder entschlossen sich, das zurückzugeben, was sie bekommen hatten, indem sie zusammen mit der Jugendgruppe TWAAYF (Total War Against Aids Youth Foundation) ein Waisenhaus gründeten, sowie eine Schule für Kinder aus besonders armen Verhältnissen. TWAAYF wollte sich damals zusätzlich auch für Straßenkinder einsetzen, denn ihnen war und ist es ein Anliegen, Kindern in ähnlicher Situation zu helfen, in der sie sich damals befanden. Sie sind das beste Beispiel dafür, welches Potential in Kindern steckt, wenn ihnen ein sicheres Leben mit Bildung ermöglicht wird.

So organisierte TWAAYF im Februar 2012 zusammen mit Almut und Magdalena ein „feeding programm“ einmal wöchentlich für ungefähr hundert Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die auf der Straße leben.

Eigentliches Ziel war es, ein Rehabilitationszentrum zu bauen, dafür vorerst Land zu finden und Möglichkeiten der Finanzierung. Das „feeding program“ war eine gute Möglichkeit, die Kinder näher kennenzulernen und ihr Vertrauen zu gewinnen. Das Gefühl die Kinder nach dem Programm wieder auf die Straße zurückzuschicken, war für die beiden jungen Frauen sehr belastend, da sie wussten, dass sie dort Gewalt und Vergewaltigungen ausgesetzt sind und viele Mädchen schon im Jugendalter schwanger werden und so doppelte Last zu tragen haben. Es wurde ihnen schnell klar, dass die wöchentliche Mahlzeit nicht ausreicht, um den Kindern zu helfen. So entstand der Entschluss, diesen Kindern ein Zuhause zu geben. Das Geld für das „feeding program“ würde es ermöglichen, zehn Kindern ein Heim zu bieten. Zuerst sollte vor allem Mädchen und kleineren Jungen geholfen werden, die es auf der Straße besonders schwer haben. Vorerst sollte ein Haus gemietet werden, was inzwischen geschehen ist. Almut Slezak nutzt jede freie Zeit während ihrer Ausbildung zur Erzieherin, um das Projekt „Springs of hope“ zu unterstützen und vor Ort zu arbeiten. Zur Zeit ist sie wieder in Kenia, um sich um die Kinder zu kümmern. Das angemietete Haus mussten sie verlassen. Eigentlich war dieses Haus sehr günstig gelegen, nicht zu nah an der Stadt, sodass die Kinder nicht Gefahr liefen, von anderen Straßenkindern beeinflusst zu werden, wieder Drogen zu nehmen. Ein großes Problem zudem ist das Schnüffeln von Klebstoff. In der Gegend um Mombasa, in der sich das Rehabilitationszentrum befindet, ist von gewaltsamen Unruhen bedroht, sodass Bewohner und Helfer die Einrichtung zurücklassen und in ein Haus, umgeben von Hotels, umziehen mussten. Dort fühlen sie sich relativ sicher, doch jetzt werden wieder Möbel und andere Einrichtungsgegenstände benötigt. Das ist die Voraussetzung dafür, dass das Heim offiziell als Kinderheim bei den Behörden registriert wird und sich das Zentrum an größere Organisationen und Sponsoren wenden kann.

Die Kinder können sich im Schutz des Zentrums von den Erlebnissen der Straße erst einmal erholen. Auch Unterricht wird dort angeboten, bis sie die staatliche Schule besuchen können. Almut und die anderen Helfer bieten daneben Aktivitäten wie Musik, Kunst, Sport und Akrobatik an. Wenn das Projekt gut läuft und genügend Spenden vorhanden sind, ist geplant, die Kinder auf private Schulen zu schicken, die ihnen eine bessere Bildung ermöglicht. Erstes Ziel war jedoch, die Kinder erst einmal von der Straße wegzuholen und ihnen Trost, Schutz, Fürsorge zu geben und die Versorgung der Grundbedürfnisse zu gewährleisten.

Ziel des Springs of Hope Children Center ist es, Straßenkindern die Chance auf ein besseres Leben zu geben, ihnen zu helfen ihr Leben neu aufzugreifen, ihre Grundbedürfnisse zu erfüllen und ihnen die Möglichkeit zu geben durch Bildung später ihre Familien, die oft sehr arm sind, meist selber auf der Straße leben, zu unterstützen. Almuts und auch die Mission der beiden Brüder ist es, Straßenkindern, welche von vielen in der Gesellschaft bereits vergessen und aufgegeben wurden, eine Stimme zu geben!

Aktuell leben 7 Jungen und 4 Mädchen in dem Zentrum von zwei bis dreizehn Jahren. Sie gehen zur Schule und machen daneben auch künstlerische Freizeitaktivitäten und viele Ausflüge. Neueste Informationen sind auf der Internet-Seite “www.facebook.com/SpringsOfHopeChildrenCenter“ zu finden.

Anne-Kathrin Schärf

Weitere Informationen: www.facebook.com/SpringsOfHopeChildrenCenter

Anne-Kathrin Schärfl, Verantwortliche für die Öffentlichkeitsarbeit am Rudolf Steiner Institut Kassel.

Foto: © Rudolf Steiner Institut Kassel