Pestizidfrei vom Korn zum Brot

Eltern der Freien Waldorfschule Sankt Augustin bauten am 8. März einen Zaun um den Acker ihres Schulgartens. Der Grund dieser Aktion: Sie wollen das Feld vor Pestiziden schützen, die der Bauer des Nachbargrundstücks auf seinem Feld spritzt.

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Outdooraktion: Bau einer Totholzhecke in der Ackerbauepoche.

15 Familien haben sich eingefunden, das Wetter ist perfekt für eine Outdooraktion. Bei strahlendem Sonnenschein spielen die Kinder im Garten, während die Erwachsenen Äste und Zweige durch den Garten tragen. Die Stimmung ist gut und die Aktion sinnvoll: Es wird eine Totholzhecke gebaut. Wenn der Bauer nebenan auf sein konventionell bestelltes Feld chemisches Pflanzenschutzmittel spritzt, soll die bio-dynamisch angebaute Saat der Freien Waldorfschule Sankt Augustin nichts abbekommen. 

Die 3. Klasse bestellt den Acker jedes Jahr im Rahmen der Ackerbauepoche: Körner werden gesät, Getreide geerntet und Ähren mit dem Dreschflegel gedroschen. Zum Abschluss der Epoche backt die Klasse Brot aus dem Mehl. „Letztes Jahr hatte der Bauer Mais angebaut und dann wurde unser Weizen mitgespritzt“, erinnert sich eine Schülerin, die letztes Jahr beim Ackerbau beteiligt war und ein wenig ist sie auch neidisch, dass die Hecke nicht schon damals stand.

Die Idee, eine Totholzhecke zwischen den benachbarten Ackerflächen zu errichten hatte die Gartenbaulehrerin Barbara Maintz. Die Hecke wird nach dem Vorbild der sogenannten Benjeshecke gebaut, Äste und Zweige werden aufeinander geschichtet und durch vorher aufgestellte Pfähle gehalten. In der Herstellung ist die Hecke kostengünstig, da das Material von den letzten Gartenaktionen wiederverwertet werden kann. Die Nachbarn des Schulgartens, der an den Garten des Waldorfkinderhauses an der Parsevalstraße in Hangelar grenzt, hat die Gartenbaulehrerin eingeladen, geeignete Gartenabfälle dort mit zu verwerten.

Die Schüler werden an der Hecke auch jede Menge Naturbeobachtungen anstellen können. Denn die Benjeshecke bietet Vögeln und anderen Tieren Schutz, Nahrung und einen Brutplatz. Aber gespritzten bio-dynamischen Weizen wird es dort hoffentlich nicht mehr geben.

S. Lannert

Fotos: © S. Lannert