Deutsche UNESCO-Kommission

Auszeichnung für Schulbauernhof der Landbauschule Dottenfelderhof e.V.

Die Deutsche UNESCO-Kommission hat den Schulbauernhof der Landbauschule Dottenfelderhof e.V. als Projekt der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ausgezeichnet. Die Auszeichnung erhalten Initiativen, die das Anliegen dieser weltweiten Bildungsoffensive der Vereinten Nationen vorbildlich umsetzen: Sie vermitteln Kindern und Erwachsenen nachhaltiges Denken und Handeln.

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Preisverleihung

Die Arbeit des Schulbauernhofs zeigt eindrucksvoll, wie zukunftsfähige Bildung aussehen kann. Das Votum der Jury würdigt das Projekt, weil es verständlich vermittelt, wie Menschen nachhaltig handeln“, so Prof. Dr. Gerhard de Haan, Vorsitzender des Nationalkomitees und der Jury der UN-Dekade in Deutschland.

Der Dottenfelder Schulbauernhof dient als außerschulischer Lernort, um Erfahrungen mit der Landwirtschaft auf einem funktionierenden biologisch-dynamischen Betrieb zu vermitteln. Kinder und Jugendliche können durch Mitmachen, Anpacken und Erleben die Zusammenhänge zwischen Natur und Umwelt, Landwirtschaft und Ernährung erkennen. Die Vermittlung von Gestaltungskompetenz im Sinne eines nachhaltigen Handelns steht dabei im Mittelpunkt des pädagogischen Konzepts. Die Kinder lernen, wie man Tiere versorgt, helfen bei der Feldarbeit und beim Erzeugen von Lebensmitteln und Speisen mit und lernen beim gemeinsamen Kochen, wie Essen entsteht. Außer Wissen werden auch Schlüsselkompetenzen zukunftsgerechter Bildung vermittelt. So wird den Kindern und Jugendlichen angesichts der globalen Probleme (Klimawandel, Nahrungsmittelknappheit, Energiemangel u. a.) vermittelt, wie sie ihre Zukunft nachhaltig gestalten können. Das ganzjährige Angebot des Schulbauernhofs richtet sich an Kinder und Jugendliche jeden Alters und jeder Schulform.

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Margarethe Hinterlang mit den Kindern im Stall.

Vormittagsangebote für Schulklassen und Nachmittags-, Samstags- und Wochenangebote ergänzen sich und vertiefen das Begreifen der Zusammenhänge zwischen Natur und Umwelt, Landwirtschaft und Ernährung.

Die Deutsche UNESCO-Kommission hat in Deutschland bereits über 1.800 Projekte ausgezeichnet: In Schülerfirmen etwa lernen Kinder, ökonomisch sinnvoll wie umweltverträglich und sozial gerecht zu handeln. Kindergärten und Schulen richten ihr Konzept an den Prinzipien der Bildung für nachhaltige Entwicklung aus, bauen Solaranlagen oder engagieren sich für fairen Handel. Außerschulische Träger organisieren Bildungsangebote rund um das Thema nachhaltige Entwicklung. Dies sind nur einige von vielen Beispielen.

UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (2005-2014) Nachhaltige Entwicklung funktioniert nur, wenn sich jeder für eine menschenwürdige Gesellschaft einsetzt. Die notwendigen Fähigkeiten dazu vermittelt Bildung für nachhaltige Entwicklung, kurz BNE. Mit der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (2005-2014) haben sich die Staaten der Vereinten Nationen verpflichtet, diese Art des Lernens in ihren Bildungssystemen zu verankern. Auf Grundlage eines einstimmigen Bundestagsbeschlusses koordiniert die Deutsche UNESCO-Kommission die deutschen Aktivitäten zur UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“.

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Schulbauernhofteam des Dottenfelderhofes: Guy Sidora, Margarethe Hinterlang, Patricia Grimm, Jeannette Montz.

Sie hat ein Nationalkomitee berufen und mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung eine Dekade-Koordinierungsstelle eingerichtet.

Anforderungen an Dekade-Projekte

Eine Jury aus Experten entscheidet über die Auszeichnung der Bildungsprojekte. Voraussetzung ist die Ausrichtung der Arbeit an den Grundsätzen der Bildung für nachhaltige Entwicklung. So müssen Wissen und Kompetenzen aus den drei Nachhaltigkeits-Dimensionen Wirtschaft, Soziales und Umwelt vermittelt werden. Außerdem ist wichtig: Die Projekte haben einen innovativen Charakter, wirken in die Breite und bemühen sich um die Zusammenarbeit mit anderen Projekten.

Auch Kommunen können sich bewerben

Auch Städte, Gemeinden und Landkreise können eine Auszeichnung erhalten. Für außergewöhnliches Engagement im Bereich der Bildung für nachhaltige Entwicklung erhalten sie die Auszeichnung als Stadt oder Gemeinde der UN-Dekade. Bis heute wurde dieser Titel an 21 Kommunen in Deutschland verliehen.

Margarethe Hinterlang

Fotos: © Felix Krumbholz