Welt-l-ich

Nachdenklich inszenierte Sinnsuche auf der Bühne

Am 28. März brachten die Schülerinnen und Schüler der Freien Waldorfschule Sankt Augustin ihren Künstlerischen Abschluss auf die Bühne und begeisterten das Publikum.

„Welt-l-ich“ lautete das selbstgewählte Thema des Künstlerischen Abschlusses 2014. „Wer bin ich eigentlich“ „Muss ich mich anpassen?“ „Was macht die Welt mit mir?“ Typische Fragen, die junge Menschen beschäftigt. Das machte die Aufführung authentisch und spiegelte die Gedanken und das Wesen der jungen Künstler wieder.

+B5_5 foto.psd
Pfiffiger und flotter Cup-Song.

Eröffnet wurde der Abend mit dem Song „Time of your Life“ von Greenday, den die 37 Schüler gemeinsam vortrugen. Es wurden Textcollagen vorgetragen, einige Texte waren von den Schülern selber geschrieben. Auffallend viele Solo-Performances kamen zum Auftritt. Gesungen wird unplugged, in Angela von Capitaines Augen braucht Qualität kein Mikrophon. Sie begleitet den Künstlerischen Abschluss seit 12 Jahren an der Waldorfschule. Gefühlvoll und geschmeidig präsentierten sich die Eurythmie-Beiträge, hier war Haito Keller unterstützend an der Seite der Künstler.

Die Schülerinnen und Schüler lernten, sich auf der Bühne zu präsentieren, das ist gar nicht so einfach, wie es sich anhört: Wie nutze ich den Bühnenraum, wie spreche ich deutlich, wo lege ich Auf- und Abgang hin, wie vermittle ich dem Publikum das, was ich will. Manchmal fühlt sich etwas auf der Bühne anders an, als es im Zuschauerraum aussieht.

„Einer nimmt uns das Denken ab - Es genügt seine Schriften zu lesen - und manchmal dabei zu nicken.“ Die vier Schüler, die das bedeutungstiefe Gedicht von Erich Fried als Laut-Eurythmie auf die Bühne brachten, feilten lange an ihrem Auftritt. Sie überlegten lange, wie sie das Beste aus dem Stück herausholen konnten.

+B5_5 foto 2.psd
Harfen- und Klavierbeitrag.

Mit dem Cup-Song wird bewusst die Stimmung gebrochen und wieder geht es ruhig weiter, ein Harfenspiel mit Klavier unterstreicht die vorherrschende Atmosphäre der Vorstellung.

Die Auf- und Abgänge zeugen von einem eigenen Fluss. Das alles war harte Arbeit. Ab September wurde an den Beiträgen gearbeitet. Ob in Einzel- oder Gruppenproben, es gab viel zu tun: Gesangstraining, Atemtechnik, die richtige Tonlage musste gefunden werden. Stücke wurden umgeschrieben. Und das alles so, das es am Ende auch als Ganzes funktioniert.

Im Juni bekommen die Schüler der Klassen 12 feierlich ihren Waldorfabschluss überreicht, in dem die erbrachten Leistungen des Künstlerischen Abschlusses bescheinigt werden. 

S. Lannert 

Fotos: © S. Lannert