Jedes Kind ein Könner

Waldorfpädagogik praxisnah und allgemeinverstandlich

Passend zum UNESCO-Welttag des Buches informiert der Bund der Freien Waldorfschulen (BdFWS) über das kürzlich im Verlag Freies Geistesleben neu erschienene Buch „Jedes Kind ein Konner
des erfahrenen Waldorfklassenlehrers und BdFWS-Vorstandsmitglieds Henning Kullak-Ublick. Das Buch gibt anschaulich und praxisnah Antworten auf häufig gestellte Fragen und geht auf bekannte Vorurteile ein. Eine detaillierte Lehrplan-Übersicht und Farbfotos runden das auch als eBook erhältliche Werk ab, das sich besonders fur Eltern vor der Schulentscheidung eignet.

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Maria Kafitz im Gespräch mit Henning Kullak-Ublick auf der didacta 2014

„7:40 Uhr. Wanja und Leander, sechs Jahre alt und Zwillinge, klettern wie jeden Morgen vor der Schule aus dem Auto ihrer Mutter. Leander flitzt über den Hof ins Schulhaus und fängt um 7:42 Uhr damit an, die Hausschuhe seiner Klassenkameraden zu vertauschen. (...) Um 8.00 Uhr haben endlich alle ihre „Puschen
gefunden, sind von mir per Handschlag begrüßt worden und uber einen langen Balken in die Klasse balanciert, wo sie es sich auf den im Kreis angeordneten Banken gemütlich machen. Alle Kinder sind jetzt richtig angekommen, und der Unterricht kann beginnen. Alle Kinder? Nein, eine Ausnahme gibt es: Um 8:10 Uhr öffnet sich noch einmal ganz leise die Klassentur, und Wanja kommt herein.

So beginnt eines der für die LeserInnen lehrreichen Beispiele, ermöglichen sie doch einen realistischen Eindruck vom tatsächlichen Leben an der Waldorfschule, um die sich immer noch viele Bilder und (Vor)urteile ranken. Das in 16 Kapitel gegliederte Buch bietet eine ebenso bunte wie leicht lesbare Einfuhrung in die Waldorfpädagogik, die nicht nur fur Eltern, Großeltern, Paten oder sonstige „Waldorfneulinge
interessant ist, denn der Autor Kullak-Ublick richtet immer den Blick auf konkrete Kinder und Unterrichtserfahrungen: „Theorien sind wichtig, aber der Wirklichkeitstest findet in der Praxis statt.

Dieser Ansatz ermöglicht dem Leser ein vertieftes Verstandnis der waldorfpädagogischen Grundlagen und untermauert die dazwischen gestreuten Antworten auf Fragen wie „Ist die Waldorfschule elitär und nur für wohlhabende Familien geeignet? Welche Schulabschlüsse kann man dort machen? Sind die Kinder ohne Noten und Sitzenbleiben überhaupt zum Lernen motiviert? Wird an der Waldorfschule nicht nur eine heile Welt vorgegaukelt? Wie sieht es mit Computerunterricht aus? Warum haben Kinder in den ersten acht Jahren denselben Klassenlehrer? Wird man an der Waldorfschule weltanschaulich unterrichtet?

Auf diese Weise ist ein Werk entstanden, dass die LeserInnen mitdenken lässt, um „gemeinsam
mit dem Autor Wege zu entwickeln, wie ein Unterricht aussehen könnte, der den introvertierten, bedächtigen Wanja, den flink denkenden und handelnden Leander und noch 30 anderen kleinen Individualitäten gerecht wird. Immer geht es zunächst darum, dass der Lehrer jeden in seinen Fähigkeiten wahrnimmt, wertschätzt und fordert, dabei aber gleichzeitig nicht die Schwachen aus den Augen verliert. „Selbsterziehung ist für mich hierbei die Grundlage jeder Erziehung so formulierte Rudolf Steiner es bereits 1919 denn wenn alle beständig am Lernen sind, gehen sie gemeinsam auf Entdeckungsreise
, erklärt der erfahrende Praktiker Kullak-Ublick, der sich ausdrücklich bei allen Kindern und Jugendlichen bedankt, die 27 Jahre lang seine Lehrer waren.

Bund der freuen Waldorfschulen

Foto: © Bund der Waldorfschulen