Alanus Hochschule verleiht erstmals Doktorgrad

An der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft in Alfter bei Bonn wurde erstmals ein Promotionsverfahren abgeschlossen. Der Mathematiker und Pädagoge Jürgen Peters konnte sich über die Verleihung des Grades „Doktor der Philosophie“ freuen. Rektor Marcelo da Veiga betont: „Das Promotionsrecht an der Alanus Hochschule ist noch relativ jung, aber ein erster Meilenstein ist nun erreicht. Der Anspruch der Alanus Hochschule ist es ja, neben dem künstlerischen auch qualifizierten wissenschaftlichen Nachwuchs auszubilden. Es zeigt sich jetzt, dass wir diesem Anspruch gerecht werden“. In Kürze steht die Verleihung der Doktorwürde bei zwei weiteren Kandidatinnen an. Seit 2010 ist der Fachbereich Bildungswissenschaft der Kunsthochschule berechtigt, die Grade „Doktor der Philosophie“ sowie „Doktor der Pädagogik“ zu verleihen. Derzeit werden dort neun Promovenden betreut. Weitere Promotionsvorhaben sind in Vorbereitung.

Jürgen Peters untersuchte in seiner Dissertation, wie Lehrer an Waldorfschulen mit den dort spezifischen Faktoren wie der schulischen Selbstverwaltung oder dem vergleichsweise großen Spielraum bei der Unterrichtsgestaltung umgehen. Bei der Befragung der über 2.000 Waldorflehrer legte er den Fokus auf Verhaltens- und Erlebensmuster wie beispielsweise Distanzierungsfähigkeit und Resignationstendenzen. Dabei zeigte sich unter anderem, dass Waldorflehrer durch ihre Autonomie positiv gestärkt werden. Die Erhebung und Auswertung führte Peters im Rahmen der groß angelegten Studie „Ich bin Waldorflehrer“ durch, die sein  Doktorvater Dirk Randoll, Professor für Erziehungswissenschaft an der Alanus Hochschule, leitete. Die Studie wurde gefördert von der Software AG Stiftung, den Hannoverschen Kassen sowie der Pädagogischen Forschungsstelle beim Bund der Freien Waldorfschulen.

Tatjana Fuchs