Fack ju Göhte

Ein Gang durch Erfahrungsfeld

„FACK JU GÖHTE“ so lautet der Leitgedanke, mit dem das Erfahrungsfeld im Schloss und im Park Freudenberg im März 2014 seine 21. Spielzeit eröffnete. Die „Macher“ laden Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer, aber auch Schuldirektorinnen und Schuldirektoren zu einem Schauspiel ohnegleichen ein. Sie rufen ihrem Publikum zu: „Vergessen Sie den Dichter, entdecken Sie den Menschen Goethe!“ und präsentieren das 90-Minuten-Stück: „The fucking Goethe ein ganzer Kerl, neugierig, vielfältig, direkt und voller Urvertrauen in seine und unsere Fähigkeiten“.

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Der gesamte Freudenberg ist im Sommer 2014 dem Ausspruch „Fack ju Göhte“ gewidmet; er war Ansporn und entwickelte sich zur Herausforderung für das komplette Erfahrungsfeldteam. So hat etwa das Parkteam einen „Feldweg“ komponiert, der auf ein konkretes Ereignis Bezug nimmt: Als sich Goethe vor ziemlich genau 200 Jahren zwecks einer Kur in Wiesbaden aufhielt, traf sich der damals 65jährige an einem wunderschönen Nachmittag unweit des Freudenberger Schlosses mit einer jungen Frau für gemeinsame Naturstudien, zum Zeichnen in der Natur. Dabei kam es beim Gang durch die Weinreben zu einem folgenschweren Sturz. Goethes zu Stein gewordener Fehltritt kann vom Freudenberg aus bewundert werden.

„Es liegt einfach so nahe, dass wir den Goethe hier auf dem Freudenberg in möglichst vielen Farben, in Licht und Schatten zeigen. Manchmal braucht es eben 200 Jahre für ein gutes Projekt“, erklärt Matthias Schenk, künstlerischer Leiter des Erfahrungsfeldes.

„Fack ju Göhte“ stellt erstaunliche, Staunen erregende Beziehungen zwischen dem Dichter und dem Forscher Goethe her. Matthias Schenk führt aus: „Wir zeigen, wie Goethe es verstand, Naturphänomene und Naturgesetze ins Feld des Menschlichen und Zwischenmenschlichen zu übersetzen.“ So wird beim Gang durch Schloss und Park Freudenberg erlebbar, wie Goethe im „Faust“ das Licht und die Finsternis aufeinander losschickte, und nachvollziehbar, dass er am Beispiel eines fallenden Dachziegels neun Welterscheinungen aufzeigen konnte. Den Gästen wird offenbart, weshalb Goethes Betrachtungen der Pflanzen in ein Liebesgedicht mündeten und dass des „Magneten Geheimnis ist kein größeres als Lieb und Haß.“ Sie erfahren Faszinierendes über seine Farbenlehre an den Stationen „Regenbogen“, „farbige Halbschatten“, „Camera obscura“ und „Nachbilder“ und über seine Beobachtungen zum „Gegensinn“: auf jede Weite antwortet die Enge, auf Konzentration antwortet Zerstreuung.

Eine Führung durch „Fack ju Göhte“ dauert 90 Minuten.

Bettina Bettmann

Foto Schloss Freudenberg