Gemeinsam den Zauber der Musik erleben

Ungewöhnliches Gemeinschaftsprojekt „Peter und der Wolf“

Ein originelles Theaterprojekt kam im Juni 2013 auf die Bühne: Schüler des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums in Lauterbach führten gemeinsam mit Darstellern aus der Gemeinschaft Altenschlirf den Musiktheater-Klassiker „Peter und der Wolf“ auf. Die Premiere im Wilhelm-Meister-Saal der Gemeinschaft Altenschlirf begeisterte kleine und große Zuschauer mit Einfallsreichtum und einer großen Portion Humor.

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Ein ganzes Jahr probte das Orchester für das anspruchsvolle Werk.

 

Wer kennt sie nicht, die Geschichte des neugierigen Jungen Peter, der vom sicheren Garten seines Großvaters aus den gefährlichen Wolf beobachtet und ihn schließlich, mit Hilfe des kleinen Vogels und eines langen Seils, sogar einfängt? Generationen von Kindern lieben das musikalische Märchen „Peter und der Wolf“ von Sergei Prokofjew und seine charakteristischen Stimmen: die fröhliche Geige, die zwitschernde Flöte, das gravitätische Fagott oder die lebhafte Klarinette.

Der zeitlose Klassiker kam im Juni 2013, ergänzt durch die neu komponierte Eröffnungskantate „Zauberer Musikus“, als ungewöhnliches Gemeinschaftsprojekt auf die Bühne: Rund 50 Schülerinnen und Schüler des Orchesters des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums (AvH) in Lauterbach musizierten, kostümierte Darstellerinnen und Darsteller der Gemeinschaft Altenschlirf spielten auf der Bühne.

Inszenierung mit einem Augenzwinkern

Am Anfang stand der Wunsch einer Orchesterschülerin, „Peter und der Wolf“ in das Repertoire des AvH-Orchesters aufzunehmen. Der Dirigent Wolfgang Scharrer griff diese Idee begeistert auf. Zusammen mit der Uraufführung einer Eröffnungskantate, die der Berliner Komponist Walter Thomas Heyn für „Peter und der Wolf“ geschrieben hat, wurde ein abendfüllendes Programm geplant.

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Spielerischer und augenzwinkernder Ausdruck verlieh der Aufführung den besonderen Charme.

 

Als es darum ging, auf welche Weise das Stück dargestellt werden sollte, kam es dann zur Zusammenarbeit mit der Gemeinschaft Altenschlirf. Die Idee dazu hatte eine Schülerin, die auch in der Gemeinschaft lebt. Christian Bachmann, Vorstand in Altenschlirf und Leiter der Theatergruppe, war es wichtig, dass diesmal auch Darstellerinnen und Darsteller mitwirken sollten, die noch nicht so erfahren waren: „Ich wollte gerne auch einmal Schwächere einbinden, Leute, die sonst nie auf der Bühne stehen.“

Zusammen mit Almut König entwarf er ein Konzept und eine Choreografie für die kleine Gruppe von zehn Schauspielern aus der Gemeinschaft. „Es war klar, dass die Ausdrucksmöglichkeiten einiger Darsteller sehr begrenzt sein würden, deshalb haben wir bewusst spielerische, auch etwas augenzwinkernde Elemente eingebaut“, berichtet Bachmann. Das wurde vor allem bei der Ausstattung deutlich: Dick gepolstert watschelte etwa die Ente mit Taucherflossen daher, als Teich diente ein Plastik-Schwimmbecken. Mit diesen und anderen witzigen Ideen wurde das Stück humorvoll in Szene gesetzt.

Jede Menge Probenspaß

Schon bei der Probenarbeit hatten alle Beteiligten eine Menge Spaß. „Irgendwann während der gemeinsamen Proben mit dem Orchester meinte Wolfgang Scharrer einmal, dass er es wirklich bedaure, mit dem Rücken zu uns zu stehen und deshalb gar nicht immer mitzubekommen, was auf der Bühne gerade wieder so lustig ist!“, erzählt Christian Bachmann und lacht.

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Mit viel Humor spielten Holger und Daniel.

Ein ganzes Schuljahr lang probte das Orchester das anspruchsvolle Werk, auch die Darstellergruppe aus Altenschlirf und ihre Begleiter waren über Monate mit den Vorbereitungen beschäftigt. Das einfache, aber sehr wirksame Bühnenbild entstand fast nebenbei, doch die verschiedenen Kostüme wurden von Almut König in vielen Stunden Näharbeit angepasst.

Als besonderer Glücksfall erwies sich die Auswahl des Sprechers: Für diese tragende Rolle konnte der ehemalige AvH-Schüler Frank Lang gewonnen werden, der als Schauspieler und Sänger bereits in zahlreichen Musicals aufgetreten ist und der auch schon beim großen Zauberflöten-Projekt der Gemeinschaft im Jahr 2007 mit dabei war. „Das war wirklich toll, wie Frank Lang mit der Gruppe in Verbindung getreten ist“, findet Christian Bachmann. „Er musste ja während der Aufführungen immer wieder auf die Darsteller eingehen, auch mal improvisieren, wenn etwas vom geplanten Ablauf abwich.“

Am Ende der gemeinschaftlichen Bemühungen standen dann insgesamt vier Aufführungen in Altenschlirf, Schlitz und Lauterbach nicht nur für alle Beteiligten, sondern auch für das begeisterte Publikum eine tolle Erfahrung und ein großer Erfolg.

Laura Krautkrämer

Erschienen in: Altenschlirfer Brief 2013/14. Gemeinschaft Altenschlirf / www.gemeinschaft-altenschlirf.de

Fotos: © Ulrike Härtel