Streifzug durch die Kontinente

Mit Percussions, Chor und Eurythmie durch Europa, Westafrika, die Karibik und Japan

Es war ein außergewöhnliches Schulkonzert, das die Oberstufenschüler der Freien Waldorfschule Erftstadt auf die Bühne gebracht haben: An zwei verschiedenen Orten präsentierten sie die Ergebnisse verschiedener Musikprojekte aus den Bereichen Gesang, Eurythmie und Rhythmusmusik.

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Präsentation des Eurythmieprojektes.

Die Freie Waldorfschule Erftstadt hat seit drei Jahren klassenübergreifende Musikprojekte für die Oberstufe eingerichtet. Die Schüler der Klassen 9 bis 12 können für den Zeitraum von ungefähr vier Monaten einen Musikkurs belegen. In diesem Schuljahr wurden zwei Rhythmusgruppen angeboten, außerdem Toneurythmie und ein Chor. Dreimal in der Woche wurde jeweils eine Stunde lang geprobt.

Die Schüler präsentierten die Ergebnisse ihrer Mühen in einem großen Schulkonzert, das am 17. Januar 2013, an zwei verschiedenen Orten aufgeführt wurde: Die Rhythmusgruppen und das Eurythmieprojekt traten auf der Bühne der Turnhalle auf, der Chor aus Gründen der Akustik in der Kirche St. Barbara.

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Rhythmen aus Westafrika, Kuba und Japan...

Es war beeindruckend und zum Teil rührend zu erleben, welch künstlerisches Vermögen die Schüler nach der mehrmonatigen Intensiv-Probenzeit aus sich herauszustellen vermochten. Alle vier Gruppen erzielten eine nachhaltige Resonanz im Publikum.

Die Schüler der Rhythmusgruppen unter der Leitung von Beate Müller-Röttgens und Jürgen Schmitz trugen Rhythmen aus Westafrika, Kuba und Japan vor, dargeboten auf wunderschönen, aus den jeweiligen Kulturkreisen stammenden Trommelinstrumenten. Die Stücke gefielen durch ihren facettenreichen Aufbau und nicht zuletzt durch die souveräne, präzise Ausführung.

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Die Schüler und Schülerinnen beeindruckten in allen vier Gruppen.

Die Trommelstücke wurden im Wechsel mit den Darbietungen der Toneurythmie, angeleitet von Katarzyna Posnik, vorgetragen, was dem ersten Teil des Konzertes einen kontrastreichen Verlauf verlieh. Die Zuschauer erlebten eine klassisch anmutende Eurythmisierung der „Premiere Arabesque“ von Claude Debussy (am Klavier Rainer Herzog), sowie als zweites eine höchst originelle eurythmische Komposition, innerhalb derer in drei sich zum Teil überlagernden Schichten eurythmische Improvisationen (Schüler), Jazzklänge („Rondo a la Turc für Klavier von Dave Brubeck) sowie Rezitation eines Textes von Bas Böttcher, einem Vertreter des Slam poetry, mischten. Das Ergebnis war ein ganz und gar unkonventionelles, fesselndes eurythmisches Erlebnis, ganz mit dem Ohr am Puls der Zeit.

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... mit Trommeln aus unterschiedlichen Kulturkreisen.

Der zweite Teil des Konzertes in der eng gefüllten Kirche wurde vom 80-köpfigen Chor unter der Leitung von Natascha Kirchmann, (am Klavier Stefan Bromen) bestritten, der mit einem kontrastreichen Programm aufwartete: Hier stand eine Folge von fremdsprachlichen Weihnachtschorsätzen neben einer ausgedehnten, mittelalterlich anmutenden Osterallegorie in lateinischer Sprache und einem Block von modernen, dissonanzreichen und gesanglich anspruchsvollen Chorsätzen des zeitgenössischen finnischen Komponisten Jaakko Mäntyjärri. Die begeisternden Leistungen der Schüler wurden ergänzt durch einige stimmsicher vorgetragene Beiträge des ganzjährig probenden Schüler-Eltern-Lehrer-Chors „Wie Waldi“ unter der Leitung von Natascha Kirchmann. Die große Akzeptanz des Publikums, die sich in vielen positiven Stimmen am Ende des Schulkonzertes geäußert hat, macht den Musiklehrern der Schule Mut, die Idee der Musikprojekte weiterzuverfolgen. Jedes Jahr zeigt sich, dass das mehrmonatige, intensive Proben und Arbeiten beachtliche künstlerische Ergebnisse hervorbringen können, die wichtige Bausteine zur Persönlichkeitsbildung und Entwicklung der Schüler darstellen.

Stefan Bromen

Fotos: © Freie Waldorfschule Erftstadt