Imker fordern klares NEIN beim Gen-Mais 1507

Die EU-Kommission hat einen Antrag auf Anbauzulassung für den gentechnisch veränderten Mais 1507 an den Ministerrat weitergelei- tet. Da der neue Mais besondere Gefahren birgt, fordern die europäischen und deutschen Imkerverbände von der Bundesregierung im EU-Ministerrat gegen die Zulassung zu stimmen. CSU und SPD hatten sich vor der Wahl gegen Gentechnik auf dem Acker ausgesprochen.

Die Agrochemie-Konzerne DuPont Pioneer und Dow Agrosciences haben auf gerichtlichen Wege erzwungen, dass die EU Kommission nun die Zulassung ihres Gen-Mais 1507 betreibt. Der Mais bildet in allen Pflanzenzellen ein Bt-Toxin, das giftig für Schadinsekten ist und sich in besonders großen Mengen auch im Pollen befindet von dem sich die Bienen und ihre Brut ernähren. Der Gehalt ist um ein vielfaches höher als z.B. im gentechnisch veränderten Mais MON810. Dessen Anbau wurde schon 2009 von der Landwirtschaftsministerin Aigner wegen ungeklärter Risiken für die Umwelt unterbunden und ist deshalb bis heute in Deutschland verboten. Deutlich giftiger als das Bt-Toxin des Mais MON810 scheint das Toxin „Cry1F“ des neuen Mais 1507 zu sein. Bei wissenschaftlichen Untersuchungen in den USA (Hanley et al. (2003), Utah) war es für einen europäischen Schmet- terling zu 100 Prozent tödlich.

„Eine Anbauzulassung für die gentechnisch veränderte Maislinie 1507 ist aus vielerlei Gründen unverantwortlich,“ so Thomas Radetzki vom Imkerverband Mellifera e.V. „besonders auch weil die Risiken für Honig- und Wildbienen nicht untersucht wurden.“

Im Koaltionsvertrag der großen Koalition steht: „Wir erkennen die Vorbehalte des Großteils der Bevölkerung gegenüber der grünen Gentechnik an.“ Darauf weist Peter Maske, Präsident des Deutschen Imkerbundes (DIB) hin. Er fordert vom Bundeslandwirtschaftsminister Hans-Peter Friedrich (CSU) und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD), die europäische Zulassung mit einem Nein im EU-Ministerrat zu stoppen: „Vor der Wahl haben sich CSU und SPD klar gegen einen Anbau von GVO in Deutschland positioniert. Wir erwarten nun entspre- chende Konsequenzen! Deutschland kann und muss einen eigenen Kurs innerhalb der EU fahren und Verbraucher, Imker und eben auch unsere Bienen zu schützen.“

Der Präsident des Europäischen Berufsimkerbundes (EPBA), Walter Haefeker, for- dert umfassende Sicherheitsprüfungen mit dem vom Mais 1507 abgesonderten Insektengift vorzunehmen. „Diese müssen den neuen Richtlinien für Pflanzenschutz- mitteln, der sogenannten Bee Guidance entsprechen, welche die EU Zulassungsbehörde (EFSA) im Juli 2013 zum Schutz vor Gesundheitsbelastungen der Bienen durch Insektizide aufgestellt hat.“ Auch Umweltorganisationen wie Greenpeace und das unabhängige Institut TestBiotech warnen vor den speziellen Risiken des neuen Genmais. Die meisten der Untersuchungen zur Sicherheit dieses Mais und auch bei anderen gentechnisch veränderten Pflanzen werden von der Industrie vorgenommen die selbst an dem Saagut verdient und sind nicht öffentlich zugänglich.

Position der Imkerverbände zum GVO Mais 1507

Thomas Radetzki

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