16.2.

Delphi - Quellort griechischer Kultur

Delphi war für die Griechen die Mitte ihrer Welt: legendär verbildlicht durch die beiden Adler, die sich von den Enden der Welt kommend, dort begegneten, und zugleich ihr «Nabel», der Ort, an dem die Kräfte der Erdmutter zusammenströmen und nach außen treten; dunkel und unberechenbar, doch von Apollon ins Licht des Bewusstseins gehoben.

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Die Ruinen der Tempel des Apollon in die archäologische Stätte von Delphi in Griechenland.

Delphi war Ort des Schicksals seit Beginn der griechischen Kolonisation, als man dort über alles Fremde Rat holte, und während der Perserkriege zum Faktor, der über Griechenland hinaus das Schicksal Europas wenden sollte. Mit Apollon erschien in Delphi aber nicht nur der Herr der Weissagung, sondern zugleich der Gott der Heilung, der Harmonie und des Erkenntnislichtes. Was mit den ersten Philosophen an der Küste Kleinasiens begonnen hatte, wurde durch und in Delphi zum Lebensnerv der griechischen Kultur das eigenständige, selbstverantwortete Denken, zur Selbsterkenntnis nach innen und zum Schicksalsfaktor nach außen gerichtet. Welches Wesen verbirgt sich hinter dem Namen Apollon, hinter den Bildern seiner Taten und hinter der Wirkung seiner Impulse? Wo war er, als sein Name nicht mehr genannt wurde? In einem ganztägigen Seminar mit Lichtbildern wird Prof. Dr. Roland Halfen (Stuttgart / Dornach) am Sonntag, den 16. Februar 2014 im Rudolf Steiner-Haus Stuttgart sich auf die Spuren Apollons begeben und von der Geschichte eines einzigartigen Kulturortes erzählen, der noch heute durch seine Rätsel anzieht und durch seine Werke inspiriert.

Andreas Neider

Foto: © Frank Teichmann