INCLUFAR inclusive Farming

Ein neues EU-Projekt für Weide-Hardebek

Im August 2013 hat die EU-Kommission dem Projekt „INCLUFAR - Inclusive farming - Transfer of concepts, experiences, skills and training tools for Social Farming and eco-social inclusion“ eine Förderzusage gegeben. Träger ist die gemeinnützige Landbauforschungsgesellschaft Weide-Hardebek und ihre sozialtherapeutische Höfegemeinschaft von neun Höfen.

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Die Projektgruppe: Hartwig Ehlers, Klaus Merckens, Ulrike Laubach, Gerhard Herz, Thomas van Elsen, Iven Harms (nicht auf dem Bild: Winfried Schäfer) Foto: gemeinnützige Landbauforschungsgesellschaft Weide-Hardebek

In der Lebens- und Arbeitsgemeinschaft Weide-Hardebek, nördlich von Hamburg gelegen, leben und arbeiten insgesamt 80 Menschen, davon 64 mit Hilfebedarf an drei Standorten. Neben der Landwirtschaft gibt es Gärtnerei, Bäckerei, Schreinerei, Hauswirtschaft, Hofladen, Cafe und Verwaltung als integrative Arbeitsbereiche.

Diese Gemeinschaft gehört zu den Einrichtungen, die seit mehr als 30 Jahren an der Verbindung von Demeter-Landwirtschaft und anthroposophischer Sozialtherapie arbeiten. Weil man sich hier nie nur um das Alltagsgeschäft, sondern immer auch um die zukünftige Entwicklung der Landwirtschaft, der sozialen Arbeit, die Entwicklung des ländlichen Raumes und kleiner Initiativen gekümmert hat, wurde durch Hartwig Ehlers, einem der Mitgründer von Weide-Hardebek schon vor 15 Jahre ein Ausbildungsangebot ins Leben gerufen, das heute als „Fachkraft für Milieubildung und Teilhabe FAMIT“ existiert und seit 2006 in Schleswig Holstein als Sozialtherapeutische Zusatzqualifikation (SPZ) anerkannt ist. Diese Ausbildung bildet auch den Kern des neuen EU-Projekts. Beginnend am 1.Oktober 2013, werden insgesamt zehn, überwiegend auf anthroposophischem Hintergrund arbeitende, Projektpartner aus Deutschland, Österreich, Finnland, Norwegen, Holland, Bulgarien, Türkei und Estland zwei Jahre lang intensiv zusammenarbeiten und im Rahmen des EU-Programms Leonardo da Vinci einen „Transfer of Innovations“, also eine Übertragung der vorhandenen Erfahrungen mit den Menschen und an der Erde aufgreifen und diese an die spezifischen landwirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse der Länder anpassen, in denen solche Erfahrungen noch wenig ausgebildet oder gar nicht vorhanden sind. Ziel ist es, den Erfahrungsaustausch durch die Entwicklung von geeigneten Arbeitsstrukturen und unterstützendem Schulungsmaterial zu ermöglichen, um der sog. „sozialen Landwirtschaft“ eine Arbeitsgrundlage zu schaffen. Sie kann damit Formen entwickeln, die Forderung der UN-Konvention nach Inklusion auf dem Hintergrund der Demeter-Landwirtschaft und der anthroposophischen Heilpädagogik und Sozialtherapie vielfältig umzusetzen. Besonders die Anregungen in der „Dorfkonferenz“ von Karl König werden hier ein wichtige Rolle spielen, weil in ihr von Anfang an die Grundlage für „inklusive“ Rolle der Menschen mit Unterstützungsbedarf in den Gemeinschaften gelegt wurde.

Folgende Materialien und Aktivitäten werden im Laufe des Projekts entwickelt werden:

- Handbuch „Training for INCLUFAR“

- Rahmencurriculum für eine zukünftige europäische Fachkraft für inklusive Soziale Landwirtschaft.

- Berufsprofil „Experte für inclusive Landwirtschaft und ländliche Entwicklung“

- Präsentationen und Workshops für Experten und die Öffentlichkeit.

Alle Aktivitäten werden durch einen Qualitätsentwicklungsprozess begleitet. Dabei wird der Ansatz von „Wege zur Qualität“, der in der Höfegemeinschaft schon eingeführt ist als unterstützender Prozess dienen.

Die Initiativgruppe um Hartwig Ehlers und Ulrike Laubach, mit Klaus Merckens, Dr. Thomas van Elsen, Dr. Winfried Schäfer und Dr. Gerhard Herz freut sich, dass durch die mit der Projektzusage ausgedrückte Anerkennung dieser langjährigen und bewährten Arbeit auch die Möglichkeit besteht, die Praxis, die Schulungs- und Bildungsarbeit sowie ihren geistigen Hintergrund für eine breitere europäische Öffentlichkeit zu öffnen und zur Verfügung zu stellen. Selbstverständlich haben die Initiatoren großes Interesse daran, dass sich Menschen und Einrichtungen, die auf diesem Gebiet bereits arbeiten oder noch arbeiten wollen, mit dem Konsortium vernetzten und damit den Erfahrungs- und Kommunikationsraum für inklusive soziale Landwirtschaft zu erweitern und zu bereichern. (Weitere Informationen unter http://www.adam-europe.eu/adam/project/view.htm?prj=10805#.Uo-GBs3xOHp)

Hartwig Ehlers, Gerhard Herz, Ulrike Laubach, Klaus Merckens, Thomas van Elsen, Winfried Schäfer