35 Jahre Hardenberg Institut

Das Hardenberg Institut in Heidelberg blickt auf eine 35jährige Tätigkeit als Forschungseinrichtung in freier Trägerschaft zurück. Über die wissenschaftlichen Zusammenhänge hinaus wurde das Institut bekannt für das, was heute als Führungskonzept „Dialogische Führung/ Dialogische Kultur“ in Wirtschaftsunternehmen und Kulturorganisationen praktische Anwendung findet. Bereits seit den 1990er Jahren machen Unternehmen und gemeinnützige Organisationen mehr und mehr die Erfahrung, dass die gewohnten Führungsformen kaum noch greifen und Detailkorrekturen nicht mehr ausreichen. Die „Dialogische Führung“ stellt sich den Anforderungen der sich wandelnden Gesellschaft, die zunehmend auf der individuellen Leistung jedes Einzelnen beruhen. Die eigenständige Persönlichkeit aller Mitarbeiter steht unabhängig von Rolle oder Position im Mittelpunkt. Dies ermöglicht dem Mitarbeiter, das Ganze als Grundlage für sein eigenes Handeln im Arbeitszusammenhang in den Blick zu nehmen. In dieser Kultur der Zusammenarbeit werden Originalität und Kreativität des Einzelnen, nicht nur seine Fach- und Sozialkompetenz, geschätzt. Das traditionell veranlagte Handeln nach Maßgaben und Vorschriften wird ersetzt durch ein Handeln aus eigener Initiative und in eigener Verantwortung.

Schwerpunkte der wissenschaftlichen Arbeit im Institut sind neben der „Dialogischen Führung / Dialogischen Kultur“ gegenwärtig der „Spirituelle Individualismus“ und die „Spirituelle Psychologie“. Im Zentrum stehen philosophische Fragen, insbesondere im Hinblick auf eine individualistische Ethik und eine

spirituelle Psychologie, sowie die europäische Bewusstseinsgeschichte in ihren verschiedenen Ausformungen. In diesem Zusammenhang stehen auch die Arbeiten der Pädagogischen Akademie am Hardenberg Institut und der Psychologischen Praxis.

Ergebnisse werden in Publikationen und in zahlreichen Vorträgen und Seminaren bekannt gemacht und diskutiert. Letztere finden derzeit überwiegend innerhalb von Wirtschaftsunternehmen und Kulturorganisationen statt.

Christa von Grumbkow