Demeter-Stadtgarten in Stuttgart

Die Begriffe „urban gardening“ oder städtisches Gärtnern gehen seit einigen Monaten durch die Presse, Gärtnern ist in Mode. Im Schrebergarten, auf dem Balkon oder Flachdach, auf Restflächen, Brachen, in Vorgärten oder auf dem Fensterbrett wird insbesondere auch in den westlichen Städten Obst und Gemüse angebaut.

+c12-10-Bild2.psd
Eingangstor zu dem neuen Demeter Garten. Bald schon soll hier das erste Gemüse gepflanzt werden. Dadurch das der Garten lange brach lag und der Boden nicht mit chemischen Mitteln behandelt wurde, eignet sich der Garten bestens als Grundlage für den Anbau nach den Qualitätsrichtlinien von Demeter.

Teils geht es um eine Nahrungsmittelproduktion „zum Anfassen“, die Schau-Produktion und Aufklärung, teils um Wege der Freizeitgestaltung, teils um Gemeinschaft. Der Demeter-Stadtgarten, der gerade im Stuttgarter Stadtteil Gablenberg entsteht, verbindet diese Ideen. Auf einem verwilderten Grundstück am Hang soll mit Hilfe vieler Freiwilliger in den kommenden Monaten ein Garten entstehen, in dem ohne Pestizide, Herbizide und künstliche Düngemittel Obst und Gemüse angebaut wird, in dem natürliche Nachbarschaften verschiedener Pflanzen genutzt werden, Mischkultur großgeschrieben wird und Bienen und Insekten ein Zuhause finden - und jeder darf mitmachen.

Der Großteil der Fläche wurde bei einer ersten gemeinschaftlichen Aktion Anfang Oktober diesen Jahres von neun freiwilligen Helfern gerodet, am darauffolgenden Wochenende ging es um die Bodenbearbeitung. Anfang Dezember ist ein gemeinsames Umgraben geplant, sodass im Frühjahr die ersten Pflanzen und Samen in die Erde kommen und das Jäten, Gießen, Pflegen und Ernten beginnen kann.

Auch alte Sorten sollen gepflanzt werden, zudem hat die Initiatorin ein besonderes Augenmerk auf regionale Besonderheiten: Die Zwiebel Stuttgarter Riese kann dann neben der Bohne Neckarkönig stehen.

Maria Kiermasch initiiert diesen Stadtgarten im Rahmen ihrer praxisorientierten Dissertation über die ökologische städtische Landwirtschaft, die sie in Kooperation mit dem Demeter-Landesverband Baden-Württemberg unter Prof. Dr. Knierim an der Universität Hohenheim schreibt. Der Gemüseanbau im Stadtgarten ist nicht der einzige praktische Ansatz; auch Kochkurse, Ausstellungen, Messebesuche, Seminare und andere Info- und Inputveranstaltungen möchte sie organisieren, denn: „es gibt viele Gärtnergruppen und private Gemeinschaftsgärten - wir betonen Vernetzung und Gemeinschaft.“

Die nächste Garten-Aktion findet im Dezember statt. Für weitere Informationen und bei Fragen zur Anmeldung steht Maria Kiermasch gerne unter info@demeter-stadtgarten.de oder telefonisch unter 0162-9324722 zur Verfügung.

Lena Steinbu

 

Fotos: © Julian Salamon