Die Kraft der Erinnerung eine Zukunftshoffnung

10 Jahre Musik für die Erde

Seit zehn Jahren bereichern die jährlichen Musik- und Umwelttage die Vielfalt der kulturellen Angebote im Johanneshaus Öschelbronn. Aber diese Veranstaltungsreihe ist von Anfang an mehr gewesen als eines der zahlreichen wunderbaren Konzerte, die hier geboten wurden und werden. Sie entstand aus dem Zusammenwirken von Menschen, die sich in dem Wunsch nach einer sinnvollen Lebensgestaltung im Alter im Johanneshaus begegneten und eine sozial-politische Aufgabe darin sahen, die Probleme der Gegenwart zu erkennen. Sie wollen mitbestimmen und mitgestalten im Hinblick auf die mehr und mehr gefährdeten Lebensbedingungen auf der Erde. Es geht ihnen um nicht mehr und nicht weniger als um die Überlebensmöglichkeit künftiger Generationen.

Das Erinnerungsfest am 5. Oktober 2013 brachte außer herzlichen Glückwünschen des „Hausherrn“ Thomas Kirst und des Bürgermeisters Jürgen Kurz ein Wiedersehen mit dem Gründungsmitglied Nikolai Fuchs.

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Den Festvortrag hielt Andreas Worel. Er begann mit der Frage: Wer erinnert sich heute noch an das 2007 erfolgte spektakuläre 24-stündige weltweite Benefizkonzert, für das sein Initiator, Al Gore, noch im gleichen Jahr den Friedensnobelpreis bekommen hat? Wo ist da Nachhaltigkeit erkennbar?* Musik für die Erde aber habe ganz im kleinen Jahr für Jahr Themen aufgegriffen, die „Live Earth“ das Motto Al Gores oder auf Deutsch: „Lebendige Erde“ zum Inhalt hatten.

Der Vortrag mündete darin, die Musik- und Umwelttage als Annäherung an ein künftiges Michaelfest zu verstehen, wie es die Initiatoren von Anfang an beabsichtigt haben.

Musikalisch umrahmt wurde der Nachmittag durch das Flötenspiel von Ewgenija Kossmann und von Marianne Worel auf ihre unnachahmliche Weise moderiert.

Das Südwestdeutsche Kammerorchester Pforzheim, das schon im Gründungsjahr mitgewirkt hatte, rundete das Programm mit dem Festkonzert „Romantische Welten“ ab. Und obwohl der romantischen Musik auch immer ein wenig Melancholie beigemischt ist erklangen die ausgewählten Stücke vor allem durch die jungen Interpreten, die temperamentvolle russische Geigerin Maria Solozobova und dem Dirigat des neuen künstlerischen Leiters Timo Handschuh keineswegs nostalgisch sondern frisch und begeisternd.

Der im Titel dieses Festes genannte Begriff „Zukunftshoffnung“ schließt ganz besonders die Hoffnung der hoch betagten Initiatoren auf kreativen „jungen“ Nachwuchs ein, damit MUSIK FÜR DIE ERDE weiter erklingen kann.

* Inzwischen fand die 19. Weltklima-Konferenz statt und eine Wirkung ist nicht in Sicht.