Aus der Arbeit der GLS Treuhand

Ein Saatgut- und Schulungszentrum für Hoima

Die Eltern der Golden Treasure School haben den organischen Landbau als Einkommensfeld für ihre Gemeinde erkannt. Ein Saatgut- und Schulungszentrum soll diese Entwicklung weiter befördern.

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Matta Ally (rechts im Bild) neben Frau Scovia Kaahwa und Schüler Stuart Mujuni. Nun haben sie ein eigenes Schwein.

Eigentlich ist Matta Ally Mathematiklehrer an der Golden Treasure School in Hoima, Uganda. Doch schon vor Jahren entdeckte er seine Leidenschaft für organischen und biodynamischen Landbau. Erst unterrichtete er nur seine Schülerinnen und Schüler; seit etwa drei Jahren nun auch über 100 Erwachsene. In der Regel sind es die Eltern seiner Schüler. Unterstützt wird er von weiteren Lehrern und einem Saatguttechniker. Matta Ally erzählt: „Heute verfügen unsere Eltern über viel mehr technisches und praktisches Wissen zum Landbau. Sie leben nicht mehr in der Misere. Unsere Familien konnten ihre Ernährungssituation verbessern, ein wenig Einkommen erzielen. Durch das Kompostieren wird die Bodenfruchtbarkeit verbessert und die Erträge steigen. Eltern mit wenig Land bauen Gemüse in Säcken an oder haben damit begonnen, Pilze zu züchten. Bienenhaltung ist heute weit verbreitet auch um Einkommen zu erzielen. Heute schützen unsere Eltern viel stärker die Umwelt. Die Vielfalt ihrer angebauten Feldfrüchte macht sie etwas unabhängiger von widrigen Wetterlagen.“

Wenn nicht auf ihren kleinen Feldern unterrichtet wird, treffen sich die Eltern bislang in der Schule. Allerdings ist dies nur während der Ferienzeiten möglich. Jetzt plant Matta Ally ein Schulungszentrum aufzubauen. Hier möchte er auch das gemeinschaftliche Saatgut lagern. Eigenes, lokal angepasstes Saatgut und samenfeste Sorten zu erhalten, das ist ein zentrales Ziel der Gemeinschaft. Dieses eigene Saatgut, gerade wenn kaum Geld da ist, um Saatgut zu kaufen, sichert das Überleben.

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Frau Jane Kuiwzera präsentiert stolz ihre Ananas aus dem eigenen Biogarten.

Schulabsolvent/innen und Schüler/innen, die vor dem Grundschulabschluss die Schule verlassen, sollen im Schulungszentrum die Möglichkeit haben, Saatgutzucht, die Veredelung von Pflanzen und das theoretische Wissen zum organischen Landbau zu erlernen. Außerdem möchte Matta Ally das Zentrum als Ort nutzen, um armen Menschen Rat und Orientierung in Bezug auf Saatgut, Ernährung und Anbauplanung zu geben.

Durch kleine Ausbildungsbeiträge wird der laufende Unterhalt für das Zentrum bestritten. Außerdem sind zwei Pensionsgästezimmer für Besucher/innen aus dem In- und Ausland vorgesehen. Durch die Vermietung des Schulungsraumes, zum Beispiel für Familienfeste, können Einnahmen erzielt werden.

Matta Ally und seine Mitstreiter möchten das Zentrum unter das Motto „Ernährungssicherheit, Einkommen und Handel“ stellen. Dieses Motto markiert drei Schritte. Der erste, Ernährungssicherheit, soll dank des organischen Anbaus von Bananen (Koch- und Obstbananen), Cassava, Bohnen, Mais, Sorghum und Kartoffeln gesichert werden. Kleine Einkommen können dann durch den Verkauf von Gemüse und Früchten, Hühnern und Eiern erzielt werden. Schließlich könnte die Eltern-Lehrer-Gemeinschaft Ananas, Pilze, Reis, Kakao, Honig, Klein- und Großvieh im regionalen Handel vermarkten.

Für den Bau des Schulungszentrums sind ca. 31.000 Euro notwendig. 14.000 Euro haben wir bereits dank zweier Großspenden erhalten, sodass nun noch 17.000 Euro fehlen. Pro beteiligter Person sind dies 170 Euro.

Dr. Annette Massmann

Zukunftsstiftung Entwicklung in der GLS Treuhand

www.entwicklungshilfe3.de

Spendenkonto:

Konto-Nr.: 123 300 10

BLZ: 430 609 67 GLS Bank

Spendenzweck:

Uganda: Saatgutzentrum

 

Fotos: © Zukunftsstiftung Entwicklung der GLS Treuhand